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Und das wird mit
einer Feier des „echten Circus“ begangen, wie es der Slogan von
Arena „Det er rigtig cirkus“ verspricht. Hier wird tatsächlich
noch der klassische Circus gepflegt. Mit den Elementen
Akrobatik, Clownerie und Tierdressuren. Präsentiert wird die
Show wiederum von Sängerin Malene Qvist und TV-Moderator Bubber.
Einen enormen Beitrag zur Gesamtwirkung leistet die sechsköpfige
Band unter der Leitung von Filip Czank. Die Musiker spielen
einfach grandios, der Sound wird bestens übertragen. Von
technischer Seite spannend ist die Lichtsteuerung. Die
beweglichen Spots werden quasi durch die Akteure in der Manege
selbst gelenkt. Alle Mitwirkenden tragen Sender. Dies in das
Kostüm integriert oder am Handgelenk. Daran richten sich die
Scheinwerfer aus. Sogar die Mitspieler aus dem Publikum bei der
Clownsnummer werden mit Armbändern ausgestattet.

Cirkus
Arena in Charlottenlund
Von außen ist
alles wie gehabt. Gespielt wird in einem großen roten Viermaster
mit gelben Ornamenten. Der Wagenpark ist ebenfalls in diesen
Farben gehalten. Wir besuchen den Cirkus Arena im Strandpark von
Charlottenlund vor den Toren Kopenhagens. Der Platz liegt direkt
am Meer. Besser geht es kaum, vielleicht einer der schönsten
Circusplätze der Welt. Trotz herrlichem Wetter strömen die
Zuschauer und füllen die Plätze des Gradins bestens, nachdem sie
sich in der Restauration gestärkt haben. Diese besteht aus drei
Verkaufswagen, die vor dem Chapiteau aufgebaut sind. Dazu gibt
es einen Stand für Souvenirs.
 
Vanessa
Berousek, Malene Qvist und Bubber
Eröffnet wird das
Programm mit Großillusionen. Diese präsentiert eigentlich
Christofer Eötvös. Da dieser gerade im zu Arena gehörenden
Circus-Land auftritt, übernimmt Vanessa Berousek. Gemeinsam mit
ihren Magic Girls in fantasievollen Kostümen zeigt sie zwei
aufwendig angelegte Tricks, die geheimnisvoll präsentiert
werden. In einem mit Rauch gefüllten, durchsichtigen Quader soll Bubber erscheinen, was an diesem Nachmittag allerdings nicht
funktioniert. So kommt er einfach durch den Vorhang gelaufen,
während Malene Qvist singend die neue Showtreppe vom
Orchesterpodium heruntersteigt. Gemeinsam mit den Mitwirkenden
der Zaubershow begrüßen sie uns. Das Duo ist unser Begleiter
durch die Vorstellung. Ihre amüsanten Plaudereien haben die
richtige Länge, ihre Präsenz ist überzeugend. Wenngleich ich
kein Wort Dänisch spreche, kommt keine Sekunde Langeweile auf.
Das heimische Publikum freut sich sowieso, seine Lieblinge aus
dem Fernsehen live zu erleben. Und beim wunderbaren Gesang von
Malene Qvist sind wir ohnehin alle mit Begeisterung dabei.
  
Steven
Ferreri, Jimmy Folco, Duo Costache
Volle Energie,
wenn Steven Ferreri seine ersten Schritte auf dem Drahtseil
macht. Der jugendliche Artist strahlt von Anfang an viel Dynamik
aus. Er springt unter anderem Seil und über ein mit Messern
versehenes Hindernis. Höhepunkte seiner Nummer sind aber der
Rückwärts- und der Vorwärtssalto. Dann stattet uns Jimmy Folco
seinen ersten Besuch ab. Der Clown ist noch in anderen
Funktionen bei Arena tätig und schon seit vielen Jahren dabei.
Im Urlaubslook kommt er mit dänischer Flagge in der Hand über
das Gradin herein. Doch mit dem Empfang durch das Publikum ist
er zunächst gar nicht zufrieden, wie er Bubber mitteilt. Das
muss verbessert werden. So wiederholt er den Auftritt immer
wieder, bis er mit Standing Ovations und Jubelschreien begrüßt
wird. Ebenfalls schon seit einigen Saisons mit unterschiedlichen
Darbietungen im Unternehmen der Familie Berdino engagiert ist
das Duo Costache. 2025 erleben wir Vita und Leo einmal mehr mit
ihrer starken Perche-Akrobatik. Kaum ein Act dieses Genres ist
so vielfältig. So wird etwa die Stirnperche mit dem Erklimmen
zweier Leitern verbunden und während Leo seine Partnerin auf den
Schultern trägt, macht Vita oben auf einem Fahrrad Überschläge.
Man merkt den beiden an, dass sie mit viel Leidenschaft bei der
Sache sind.
  
Karsten
Berdino, William Tournoud, Los Ortiz
Im edlen Frack
führt Karsten Berdino einen Sechserzug Friesen vor. Das aus
Deutschland stammende Mitglied der Direktionsfamilie dirigiert
die Pferde vom schwedischen Cirkus Olympia souverän bei
verschiedenen Lauffiguren. Als da capo gibt es einen Steiger.
Malene Qvist begleitet die Vorführung mit ihrem Gesang. Rola-Rola-Balancen auf einer Plattform über der Manege sind eine
circensische Rarität. William Tournoud beherrscht diese Kunst.
Der Untergrund, auf dem der Franzose seine Gleichgewichtsübungen
vollführt, ist eine besonders große Schaukel mit durchsichtigem
Boden, die an zwei Schnüren in die Luft gezogen wird. Für seinen
Schlusstrick stapelt er sechs Walzen übereinander, um auf dem
darüber liegenden Brett zu stehen. Auch auf einem Ball hält sich
der hochgewachsene junge Artist im Gleichgewicht. Mit
Peitschenspielen sorgen Cowgirl Claudia und Indianer Jimmy Folco
für Heiterkeit. Dabei wird die Seite einer Zeitung immer wieder
zerteilt. Das liegt weniger an Claudias Zielsicherheit als
vielmehr an Jimmys Fähigkeiten, Papier zu zerreißen. Nach
Umarmungen durch Malene Qvist und Bubber wagen sich zwei
Mitglieder der Los Ortiz ins Todesrad. Darauf zeigen die
Hasardeure gewagte Tricks, während sich ihr Requisit immer
schneller dreht. Für einige Runden bewegen sich sogar beide
Artisten gleichzeitig auf den Außenseiten der Kessel. Zudem
erleben wir hohe Sprünge und den Lauf mit verbundenen Augen. Mit
diesem Nervenkitzel geht es in die Pause.
  
David
Hammarberg, Michael Ferreri, Gabriel Dell'Acqua
Zu Beginn des
zweiten Teils kommt David Hammarberg auf einem Kamel
hereingeritten. Von dort geht es für den schwedischen Akrobaten
an das Schwungseil. Hoch über den Köpfen der Zuschauer schaukelt
er weit hin und her, zeigt artistische Posen und hält die Gäste
mit Abfallern in Atem. Am Boden erwarten ihn nunmehr drei
Trampeltiere. Nachdem sie unter Anleitung von Karsten Berdino
einige Runden gelaufen sind, legen sie sich nebeneinander ab.
Streicheleinheiten der beiden menschlichen Manegenpartner
belohnen sie für ihre Arbeit. Mit Michael Ferreri erleben wir
einen Weltklasse-Jongleur, der sich auf Bälle als Requisiten
beschränkt. Zunächst arbeitet er mit wenigen von ihnen
abgefahrene Touren, dann schickt er immer mehr davon durch die
Luft. Den letzte Ball, der aus der Kuppel herunterfällt, kickt
er dezent beiseite. Doch Bubber sieht das und fordert ihn auf,
diesen gemeinsam mit den bislang verwendeten zu jonglieren. Das
Kunststück gelingt und wird vom Publikum mit riesigem Applaus
belohnt. Hier steht eben ein wahrer Showman mit Personality im
Scheinwerferlicht. An einen Filmset geht es mit Jimmy Folco. Die
Schauspieler holt er aus dem Zuschauerraum, die Regie übernimmt
der Clown höchstselbst. Bei der am Ende tragischen
Liebesgeschichte gibt es natürlich etliche Pannen. Beim European
Youth Circus 2022 sorgte Gabriel Dell'Acqua für Furore. Der
damals erst 13-jährige Italiener überzeugte mit seiner
Equilibristik die Jury und holte sich in der jüngeren
Altersgruppe Gold. Auch bei Arena sorgt er mit seinen
variantenreichen Handständen für Begeisterung. Dank seines
fortgeschrittenen Alters wirken die Tricks nicht mehr so extrem
wie noch in Wiesbaden. Zudem verkauft sie der Teenager mit einem
gewinnenden Lächeln.

Los Ortiz
Vor der
Schlussnummer sorgen Caudio und Jimmy Folco noch einmal für
Auflockerung. Auf dem Gradin treiben sie ihre Späße mit
Luftballons. Am Ende steht Claudia ziemlich begossen da.
Währenddessen wird in der Manege ein Luftkissen ausgelegt und
dafür gesorgt, dass das Hochseil straff gespannt ist. Somit ist
alles bereit für die wagemutige Akrobatik von Los Ortiz. Eine
Dame und sechs Herren balancieren gekonnt über das Seil. Da wird
über gleich drei auf dem Draht kauernde Kollegen gesprungen, da
trägt ein Artist einen anderen auf den Schulter, da wird
Seil gesprungen, um nur drei der Stunts zu nennen. Das alles
serviert mit südamerikanischem Temperament. Den Abschluss bildet
die Pyramide mit sieben Personen. Auf diese Höchstleistung folgt
das große Finale. Alle Mitwirkenden verabschieden sich
ausführlich. Das Publik spendet langanhaltende Standing
Ovations. Am Ende stellen sich die aktuell gerne bemühten
Glücksgefühle ein. Welch ein Ensemble, welch eine geniale
Livemusik, welch eine Show! So schön kann Circus sein. |