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Die gesuchte
Gelegenheit ergibt sich beim Gastspiel des Unternehmens in
Puchheim, nicht weit von München. Bei herrlich blauem Himmel und
auf einer grünen Wiese gibt der Circus King ein wunderbares Bild
ab. Wir erfreuen uns an dem cremefarbenen Viermast-Zelt mit
blauen Absetzungen, einem offenen Vorzelt und dem
Metallgitterbogen mit Schriftzug „Eingang“ und Sonnensegel
darunter.

Circus King
in Puchheim
Zum ansprechenden
Bild gehören auch der attraktive Frontzaun mit den Initialen CK
sowie einer Krone dazwischen, schmucke Transportwagen mit
Motiven aus dem Programm sowie sauber aufgereihte Zugmaschinen.
Der Weg von der Kasse ins Zelt führt über einen roten Teppich.
Im Chapiteau ist die mit LED-Technik bestückte Lichtanlage an
vier Traversen befestigt. Den Gästen stehen zwei Reihen
Logenstühle und dahinter eine Tribüne mit drei Reihen
Schalensitzen und zwei Reihen Bänken zur Verfügung. Der hohe,
samtrote Artisteneingang mit goldfarbener Beschriftung und
ansprechender Beleuchtung trägt zum gepflegten Ambiente bei. Der
Restaurationswagen ist zwischen Gradin und Artisteneingang
platziert, was ihn – dauerhaft beleuchtet – auch während der
Vorstellung in den Blick rückt. Somit ist die Anordnung nicht
ideal. Später in der Pause besichtigen wir den umfangreichen
Tierbestand mit insbesondere Pferden, Ponys, Kamelen, Rindern,
Lamas und Eseln, die in großzügige Stallungen untergebracht
sind.
  
Artur Kaiser, Sandy Kaiser, Alex
Zu Beginn der Vorstellung begrüßt Artur Kaiser das Publikum in
Gedichtform. Dann gehört die Manege seiner Frau Sandy Kaiser,
die in einer kompakten Trickfolge – unter anderem mit dem Spagat
– auf dem gespannten Drahtseil arbeitet. Zur Musik aus dem
„König der Löwen“ passt das Kostüm im Leoparden-Look. Das
Programm wird nicht ausschließlich von der Familie Kaiser
bestritten. Vielmehr wirken auch engagierte Artisten mit. Einer
von ihnen ist Alex aus der Ukraine mit seiner Kubusjonlage.
Diese startet er in gemächlichem Tempo, aber im zweiten Teil der
Nummer zieht die Geschwindigkeit deutlich an. Abschließend lässt
er den Würfel mit einer Spitze nach unten auf seinem Kinn
rotieren.
 
Artur und Leonardo Kaiser
Dann entführt uns Artur Kaiser mit seiner Kamelkarawane in den
Orient. Die roten Schabracken der vier Trampeltiere sind – wie
beim Frontzaun – mit den goldenen Lettern CK und einer Krone
versehen, das schöne Kostüm des sympathischen Vorführers passt
farblich exakt dazu. Die Tiere absolvieren Figuren wie den
Gegenlauf oder paradieren zu viert nebeneinander. Als Special
Guests kommen sechs exotische Rinder dazu. Artur Kaisers Neffe
Leonardo gibt den Clown und überzeugt in seiner Variante des
bestens bekannten Wischmopp-Entrees mit nett gespielten
Rollenwechseln.
  
Loredana Kaiser, Jarda Kellner, Lugiano Kaiser
Von den fünf Kindern von Artur und Sandy Kaiser nehmen die drei
älteren wichtige Rollen im Programm ein. Den Auftakt macht hier
Loredana mit ihrer Arbeit am Luftring, an dem sie mit
verschiedenen Figuren ihre Kraft und Beweglichkeit unter Beweis
stellt oder mit einem Kreisel beeindruckt. Auch die zweitjüngste
Tochter Lucianna hat an diesen Requisit ihren Einsatz, freilich
und glücklicherweise in kindgerechter Höhe über dem Boden.
Tapfer fliegt sie unter den wachsamen Blicken ihres Vaters im
Kreis, dies auch kopfüber. Als „komischer Koch“ unterhält uns
der tschechische Artist Jarda Kellner. Zunächst jongliert er mit
Suppenkellen und mit Bällen, dann demonstriert er seine
Geschicklichkeit mit insgesamt sieben tanzenden Tellern. Ein
Circusklassiker. Variantenreich jonglieren kann der älteste Sohn
der Kaiser, Lugiano. Drei und vier Bälle, drei Fußbälle, vier
Ringe und drei Keulen sind seine Requisiten. Jazzmusik ist sein
Begleiter.
  
Leonardo Kaiser, Artur Kaiser, Truppe Kaiser
Nun wechselt Leonardo Kaiser das Clowns-
vorübergehend gegen ein Fakir-Kostüm.
Sein Feuerspucken zeichnet sich durch lang anhaltende Flammen
aus. Natürlich beherrscht er auch das Feuerschlucken. Beim
Groß und Klein von Artur Kaiser läuft das Pony unter dem Pferd hindurch und
positioniert sich später unter dem Ross, das auf einem Postament
steht. Auch ein Steiger des größeren Tieres gehört dazu. Auf
Tierdarbietung folgt Tierschau: Der Besuch der Menagerie ist
eine der Optionen, die in der Pause zur Verfügung stehen. Als
„Truppe King“ eröffnen die Geschwister Lugiano, Loredana und
Leandro Kaiser auf dem Fasttrack-Trampolin den zweiten
Programmteil. Zu dem ansprechenden
Repertoire an Sprüngen und Salti gehören zum Beispiel Sätze über
und durch einen Reifen oder über die jeweils anderen Geschwister
hinweg. Für Heiterkeit ist nochmals bei Leonardo Kaisers
Seilspring-Szene gesorgt, bei der ein Herr aus dem Publikum
mitmachen darf.
  
Loredana Kaiser,
Eva Chris
Ein weiteres Mal wagt sich Loredano Kaiser hoch hinaus, nunmehr bei
einer Luftakrobatik im Netz. Spagat und Überschläge sind nur
zwei Bestandteile ihres Repertoires. Ein Hund und drei Katzen
sind die Gefährten von Jarda Kellner und seiner Frau Eva Chris,
die mit Kostümen im Safari-Look arbeiten. Die Stubentiger werden
in einen zuvor scheinbar leeren Käfig gezaubert und dann von
ihren Vorführern zu Läufen über und – im Slalom - durch einen
Hindernisparcours sowie zu Podestsprüngen angeleitet. Sandy und
Loredana Kaiser, Mutter und Tochter, legen bei ihrer gemeinsamen
Hula-Hoop-Nummer viel Temperament an den Tag und arbeiten die
meisten Tricks synchron. Zum Schluss setzt Loredana mit ihren
Hüften ein ganzes Bündel Ringe in Bewegung. In seinem letzten
Auftritt als Clown bringt Leonardo Kaiser die Golfball-Reprise.
  
Rolena, Lugiano Kaiser, Artur Kaiser
Rolena aus der Ukraine sorgt am Schwungtrapez für spektakuläre
Bilder. Abfaller und eine Pirouette gehören zu den Bestandteilen
der Darbietung dieser hübschen jungen Frau. Den Reigen der
akrobatischen Darbietungen beschließt Lugiano Kaiser auf der
Rola Rola. Besonders erwähnenswert sind sicher seine geschickten
Balancen auf einem Stapel von fünf Bänken wie auch auf einem so
noch nicht gesehenen Gestell mit zwei Leitern links und rechts,
die er jeweils mit einem Fuß hinaufsteigt. Für den Schluss- und
Höhepunkt des Programms sorgt Direktor Artur Kaiser mit seinem
exzellenten, braun-weißen Sechserzug Freiheitspferde. Die
neongelben Geschirre der Rösser finden ihre Entsprechung im
Kostüm des Tierlehrers, „Flowers“ von Miley Cyrus liefert die
musikalische Begleitung. Komplizierte Lauffiguren werden sicher
absolviert, darunter der gleichzeitige Richtungswechsel beider
Gruppen beim Gegenlauf. Eindrucksvoll ist auch, wie die
verschiedenen Tiere bei Pirouetten in unterschiedliche
Richtungen drehen. Mit einem ganzen Potpourri an Steigern findet
diese Nummer ihren Abschluss. Sie wäre eine Zierde auch für
große Circusproduktionen. Im kompakt gehaltenen Finale
verabschiedet sich das Ensemble, und nun hat auch die
allerjüngste Tochter Liyana ihren Auftritt – sie steht auf dem
ausgestreckten Arm des Vaters. |