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Auf der
erhöhten Rundbühne ist hingegen Peter Norgaard unser Gastgeber.
Wie bei den vergangenen Produktionen führte er auch 2026
gemeinsam mit René Baldoni Regie. Nun ist er, anders als bei
meinen Besuchen in den letzten beiden Jahren, ebenfalls in der
Show zu erleben.

Peter
Norgaard
Als
Ringmaster begrüßt er das Publikum im blau-rot gestreiften
Chapiteau mit seinen 480 Sitzplätzen und begleitet es durch den
Nachmittag. Er moderiert, singt, tanzt und sorgt als Bauchredner
für Heiterkeit. Dies wohldosiert in mehreren Auftritten.
Herrlich witzig sind seine Dialoge mit einem Plüschlöwen im
Baldoni-T-Shirt. Noch besser gefällt mir sein Zusammenspiel mit
einem zotteligen Hund, der nicht nur zum Knuddeln süß ist,
sondern es zudem faustdick hinter den Ohren hat. In allen seinen
Rollen gibt er den Greatest Showman. Dies formvollendet in rotem
Frack mit passender Weste, blauem Zylinder, weißem Hemd und
schwarzer Hose. Bevor Peter Norgaard die Vorstellung eröffnen
darf, sorgt José Michel für das Warm up und dafür, dass die
Szenerie in hellem Licht erstrahlt. Auf einer Bar stehen nicht
nur Becher und Flaschen, sondern es findet sich dort auch ein
historisches technisches Gerät. Als der Clown das zugehörige
Kabel richtig verknotet, fließt der Strom und die Scheinwerfer
nehmen ihren Dienst auf.
 
Nandor
Varadi und Diana Boiachin, Duo Crystal
Die ersten
Sequenzen des Openings gehören dem Ringmaster, dann kommen die
weiteren Mitglieder des Ensembles hinzu, um sich den Gästen
vorzustellen. Das ist bei den Artisten der ersten Darbietung
fast nicht notwendig, denn Nandor Varadi und Diana Boiachin sind
den Baldoni-Stammgästen aus den Vorjahren bestens bekannt.
Natürlich zeigen sie jetzt neue Nummern. Zunächst erleben wir
Nandor als Tellerjongleur. Das Rotieren des Porzellans auf
dünnen Stäben wird hier in eine Restaurantszene verpackt. Peter
Norgaard ist der Gast, die beiden Artisten sind die Gastgeber.
Die Teller werden zunächst abgewaschen und dann durch schnelles
Drehen wieder getrocknet. Das Ganze wird mit ordentlich Tempo
und viel Humor gespielt. Dazu gibt es weitere Einlagen aus dem
Bereich Jonglage. In weißen Kostümen mit prächtigen goldenen
Applikationen erleben wir das Duo Crystal an Tüchern. Dabei
fungiert Edvard zumeist als Porteur, der Alexandra bei ihren
akrobatischen Posen hält. Gleich zu Beginn hängt er kopfüber
zwischen den Stoffbahnen und umgreift einen Arm sowie ein Bein
von ihr. Das Finale bestreitet Alexandra im Solo, wenn sie sich
an den Tüchern aus der Kuppel abrollt. Ihr Partner sorgt dabei
für die sichere Landung. Insgesamt überraschen uns die Ungarn
mit einer nicht alltäglichen, wunderbar präsentierten Kür in der
Luft.
 
Fatime, Duo Lagroni
Zumindest
in verschiedenen Weihnachtscircus-Produktionen konnten wir
Fatime und ihre Hauskatzen auch schon in Deutschland sehen.
Charmant leitet sie ihre Stubentiger in verschiedenen
Fellschattierungen zu Balancen und Sprüngen in mehreren
Varianten an. Neben beeindruckenden Tricks komm auch der Humor
nicht zu kurz. Dafür sorgt Ehemann Plamen. Wenn eine Katze den
weiten Sprung von Podest zu Podest nicht wagen will, trägt er
sie einfach auf seinem Rücken hinüber. Ebenfalls mit dabei ist
der Sohn der beiden, welcher im Hintergrund assistiert. Mit
einem weitaus gefährlicheren Lebewesen hat es sogleich José
Michel zu tun. Als Großwildjäger pirscht er sich über die Bühne.
Dass er dabei vom großen Baldoni Rex verfolgt wird, merkt er
nicht. Erst als er dem Dinosaurier Auge in Auge gegenübersteht,
ist der Schreck groß. Peter Norgaard versucht dem Dino danach
circusgerechte Kunststücke zu entlocken. Doch der vorgesehene
Sprung durch einen Reifen scheitert an den Größenverhältnissen.
Zum Ende des ersten Teils dürfen wir staunen. Nämlich darüber,
wie schnell Claudia Bremlov und Dominik Lagroni ihre Kleider
wechseln. Bei seinen schwungvollen Quick-Change-Illusionen
verwöhnt uns das Duo Lagroni mit einer Modenschau der besonderen
Art. Vor allen Dingen Claudia ist es, die immer wieder ihre
Outfits ändert. Kaum ist der Rundum-Vorhang, in dessen Zentrum
sie steht, nach oben gezogen, fällt er auch schon wieder. Und
voilà – die Artistin hat neue Kleider an. Den fulminanten
Schlusspunkt setzt ein blitzschneller Quick Change im
Glitterregen.
 
Mr.
Jumping, Claudia Bremlov
In die
Pause schicken uns Peter Norgaard und sein Löwe. Danach geht es
mit dem Moderator ohne Begleitung weiter. Schnell wird er dabei
von einem Requisiteur unterbrochen. Die findigen Zuschauer
erkennen in ihm den zweiten Vorführer der Katzendressur wieder.
Diesmal erleben wir Plamen als Mr. Jumping. Das große Requisit
für sein Solo ist bereits aufgebaut: ein Trampolin mit
Sprungturm. Nach dem Zusammenspiel mit Peter Norgaard sorgt Mr.
Jumping darauf für rasante und höchst amüsante Eskapaden. Hier
verbinden sich Slapstick und Akrobatik zu einem großen
Vergnügen. Natürlich darf auch ein kleiner Striptease nicht
fehlen. Im Schwimmbad-tauglichen Outfit folgt dann Salto auf
Salto. Dank der „tierischen Kanonenkugel“ geht es mit einer
nicht ganz ernstgemeinten Sensationsnummer weiter. Dabei wird
der Plüschlöwe von Peter Norgaard von einer Seite des Chapiteaus
auf die andere geschossen. Dort wartet José Michel mit einer
Zielscheibe. Bevor der Flug starten kann, liefern sich Mensch
und Löwe einen witzigen Dialog. Die Landung nach dem Riesensatz
ist alles andere als sanft, dafür aber umso origineller. Die
Antipodenspiele von Claudia Bremlov waren vor vielen Jahren eine
Attraktion im Circus Universal Renz. Nach wie vor begeistert die
blonde Artistin insbesondere mit ihrem ausführlichen
Schlusstrick. Immer kleiner werdende Kisten stapelt sie dabei
unter einen Turm, den sie mit den Füßen balanciert. Am Ende hat
das Gebilde eine ansehnliche Größe. Sicher hält sie das
eindrucksvolle Gebilde im Gleichgewicht. Zuvor jongliert sie
verschiedene Walzen mit dem Fuß. Dies sowohl im Stand als auch
mit dem Rücken auf einer Trinka liegend.
  
José
Michel, Diana Boiachin, Duo Crystal
August
José Michel und Gattin Giulia als Weißclown verbindet man
unwillkürlich mit dem Wasserentree, welches die beiden in
unerreichter Manier aufführen. Da wir diese Nummer mit ihnen
bereits in den letzten beiden Jahren bei Baldoni sehen konnten,
gibt es nun jede Menge Spaß rund um eine Küche. Dabei spielt
eine Saloontür eine wichtige Rolle. In Kochoutfits laufen José
Michel und Peer Norgaard immer wieder hindurch. Zur Freude
insbesondere der Kinder klatschen sie sich dabei gegenseitig
reichlich Sahne ins Gesicht. Yulia versucht mehr oder weniger
erfolgreich Ordnung in das Chaos zu bringen. Am Ende erfreuen
uns José und Giulia mit wunderbarer Livemusik. Noch einmal
gehört das Scheinwerferlicht Diana Boiachin und Nandor Varadi.
Diesmal steht Diana mit Akrobatik am Kronleuchter im
Mittelpunkt. Darunter befindet sich ein Bett, auf dem Nandor
wartet und seine Partnerin immer wieder aus der Luft in Empfang
nimmt und mit ihr artistische Figuren zeigt. Quasi Tricks der
Partnerakrobatik, zu der beide aus gegensätzlichen Richtungen
zusammenfinden. Dieser schön inszenierte Auftritt endet mit dem
Genickhangwirbel von Diana. Dank umfangreicher Kostümierung kaum
wiederzuerkennen ist das Duo Crystal. Nun zeigen Edvard und
Alexandra Rollschuhakrobatik im Rock'n' Roll-Stil. Die
Choreographie rund um die eigentlichen Tricks nimmt viel Raum
ein. Spannend sind die Touren auch deshalb, weil Alexandra
vergleichsweise groß ist. Das hält die beiden aber nicht davon
ab, uns mit rasanten Fahrten zu verwöhnen. Das anschließende
Finale ist in eine schöne Choreographie verpackt, bei der auch
der Schlagzeuger seinen verdienten Applaus bekommt. Er setzt die
Akzente zur Musik, die ansonsten aus dem Computer kommt. Über
eine Treppe begeben sich die Mitwirkenden zum Haupteingang, um
dort ein Spalier für die nach Hause gehenden Zuschauer zu
bilden. Das braucht seine Zeit, denn das Chapiteau ist an diesem
Nachmittag bestens besetzt. |