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Circus Harlekin - Tour 2026
www.circusharlekin.ch ; 184 Showfotos

Meikirch, 22. August 2026: Thomy Leglise ist zurück beim Circus Harlekin. Schon 2023 und 2024 sorgte der junge Franzose als Clown Mister Tomito für die witzigen Momente im Programm. Das ist auch seine Aufgabe, nachdem er nach einem Jahr Pause zurückgekehrt ist. Doch nun hat er im Unternehmen von Nicole und ihrer Mutter Beatrice Pichler weitere Bereiche übernommen. Er zeichnet für die technische Leitung, insbesondere für Transport sowie Auf- und Abbau verantwortlich. Die Programmgestaltung hat er maßgeblich geprägt. Zudem kümmert er sich um die Renovierung des Wagenparks.

Und so strahlt der Circus auf dem Wiesenplatz in der Nähe von Bern bei unserer Ankunft in frischem Glanz in der Spätsommer-Sonne. Das Zentrum bildet das bekannte, blau-weiße Zelt. Zum positiven Bild tragen auch das sehr ansprechend gestaltete Programmheft und die entsprechenden Plakate bei.


Circus Harlekin in Meikirch

Auf dem Barwagen prangt das neu gestalte Logo. Ein Transporter trägt den Unternehmensnamen und das Konterfei von Mister Tomito in Airbrush-Technik. „We’re going up, up, up, it’s our moment“, heißt es im Original-Song „Golden“ von HUNTR/X, den das sechsköpfige Orchester zum Charivari am Beginn der Vorstellung spielt. Das lässt sich auch als Kommentar zur aktuellen Entwicklung des Circus Harlekin verstehen.


Nicole Pichler inmitten des Ensembles

In rot und weiß sind die Künstlerinnen und Künstler des Unternehmens gekleidet. Da werden Fächer mit roten Tüchern geschwungen, Harlekin-Fahnen geschwenkt und artistische Kostproben serviert. Auf einem Postament in der Manegenmitte stehend begrüßt Nicole Pichler auf charmante Weise die Gäste.


Angel Gutierrez, Mister Tomito, Duo Sun

Sogleich geht es mit der Darbietung von Angel Gutierrez hoch hinaus. Auf dem Washington-Trapez schaukelt der Mexikaner mit der freundlichen Miene im freien Stand, im Kopfstand oder auf einem Stuhl sitzend und stehend. Auf einem Bein balancierend steht er auf der Trapezstange, während er das Requisit weit ausschwingen lässt. Sein Auftreten und die Musikbegleitung sind voller Power, das Publikum geht entsprechend mit. Groß in Szene gesetzt wird die Rückkehr von Mister Tomito. Es geht unter andere um die Frage, ob er nun Deutsch gelernt hat, um angemessenen Applaus bei seinen Auftritten und ein großes Geschenk, das ihm überreicht wird. Darin findet er drei Jonglierkeulen, die sogleich zum Einsatz kommen. Mit strahlenden Gesichtern präsentieren die beiden jungen Asiatinnen des Duos Sun ihre Passsing-Jonglagen zu rasanten und fröhlichen Klängen. Gemeinsam halten sie bis zu sieben Keulen in der Luft, auch während sie auf Einrädern fahren. In Dirndl und Lederhosen dirigieren Nicole Pichler und Mister Tomito fünf Ziegen. Balancieren auf einer Tonne, Slalomlauf auf dem Balken und ein treffsicherer Torschuss sind nur drei der Tricks, die die Tiere bereitwillig absolvieren.


Duo Darleds, Mister Tomito, Duo Yibi

In fließendem Wechsel geht es weiter, wenn die zwei Jungs des Duos Darleds auf der Gradintreppe erscheinen. Bald wechseln sie mit ihrem sehr starken Fußball-Freestyle in die Manege. Äußerst geschickt lassen die beiden Fußbälle über Kopf, Füße und Schultern tanzen, dies beispielsweise auch im Handstand, auf den Rücken liegend oder während der Partner kopfüber getragen wird. Das Publikum jubelt. Mit vier Besuchern, die erst diversen Schabernack nachmachen müssen und dann mithilfe von vier Stühlen verknotet werden, sorgt Mister Tomito für Heiterkeit. Sein Mienenspiel ist umwerfend. Nochmal viel Tempo gibt es bei den ikarischen Spielen des Duos Yibi aus Äthiopien, das zu einem Latin-Song ein hochklassiges Repertoire zelebriert. Auf dem Rücken liegen jongliert der eine Partner den anderen mit den Füßen, katapultiert ihn zu verschiedensten Salti und Sprungkombinationen in die Luft.


Angel Gutierrez, Nicole Pichler

Auch in der zweiten Programmhälfte ist Angel Gutierrez für die erste Darbietung zuständig, nunmehr auf der Slackline. Das federnd gespannte Band ermöglicht ihm zahlreiche coole Sprünge und Landungen. Auf Mister Tomitos Wasserspuck-Duell mit einem Jungen aus dem Publikum folgt die harmonische Präsentation von drei Friesenhengsten durch Nicole Pichler. An Lauffiguren schließt sich ein Solosteiger an.


Duo Sun, Duo Yibi, Duo Senna

In ebenso ruhiger Weise geht es bei der Luftring-Nummer des Duos Sun weiter. Das Requisit der beiden Frauen besteht aus zwei ineinander verschränkten Ringen und einer Mittelstange. Zudem sind außen zwei Schlaufen angebracht, die außer anspruchsvollen und ansprechenden Posen auch den doppelten Genickhangwirbel erlauben. Die beiden sehr charmanten Damen werden von zwei kräftigen Herren abgelöst. Das Duo Yibi zeigt seine starke Hand-auf-Hand-Akrobatik. Bemerkenswert ist der einarmige Handstand auf dem Kopf des Untermannes, der sich dabei auf den Boden setzt und wieder aufsteht, während der Obermann in eine Waagenposition wechselt. Per Fernbedienung wird ein Requisiteur von Mister Tomito beim Kehren der Manege gesteuert. Mit dem Clown als coolem Gitarren-Rocker und Breakdance-Moves vom Duo Darleds wird der Aufbau des Todesrades überbrückt. Die beiden Hasardeure des Duos Senna begeistern das Publikum mit wagemutigen Tricks wie Seilspringen, Blindlauf und hohen Sprüngen auf der Außenseite des rotierenden Rades. Mit einem temperamentvollen Clubtanz gestaltet ist das Finale, in dem sich das Publikum ohne Umschweife zu lang anhaltenden Standing Ovations erhebt.

Mit elf Personen ist das Ensemble in dieser Saison etwas kleiner als gewohnt, auf eine Truppe wird verzichtet. Doch starke Nummern, die tolle Musikauswahl, der flüssigere Ablauf und das optimierte Licht machen dies mehr als wett, heben das Harlekin-Programm auf ein neues Level – ohne dass etwas vom familiären, bodenständigen Flair des Unternehmens verloren geht. Nicole Pichler und Thomy Leglise haben gemeinsam etwas Großartiges geschaffen, den Harlekin ein gutes Stück vorangebracht. Der verstorbene Circusgründer Pedro Pichler könnte stolz darauf sein, wie sein Lebenswerk in der vierten Saison ohne ihn fortgeführt wird.

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Text: Markus Moll; Fotos: Tobias Moll