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Circus Salto Mortale - Tour 2026
Circus Salto Mortale auf Facebook ; 102 Showfotos

Weikersheim, 16. Mai 2026: Auf der Wiese neben dem Konzerthaus Tauberphilharmonie steht der Circus Salto Mortale wie auf dem Präsentierteller am Ortsrand von Weikersheim, perfekt sichtbar von der Landesstraße, die in die Residenzstadt führt. Mit seinem rot-weiß gestreiften Viermast-Chapiteau und dem passenden Sonnensegel als Vorzelt mit integriertem Verkaufswagen gibt das Unternehmen ein schmuckes Bild ab. Die kleine Fassade mit Kassenhäuschen und zwei Durchgängen sowie der Zaun mit Lichterbögen tragen ebenfalls ihren Teil dazu bei.

Schön gestaltet sind auch die Auflieger, deren Planen mit dem Namen des Unternehmens sowie Clownsmotiven geschmückt sind. Ebenfalls in den Hausfarben rot-weiß ist das große Tierzelt gefertigt. Das Wäldchen im Hintergrund mit dem aufragenden Schloss-Turm rundet die Szenerie ab.


Toni Bügler, Jasmin Frank

Doch das romantische Bild eines traditionellen Familiencircus zieht an diesem Abend nur wenige Besucher an, ein paar Erwachsene mit ihren Kindern oder Enkelkindern. Dennoch sind die Büglers während der Vorstellung voll bei der Sache. Gespielt wird hier zwischen klassischen Sturmstangen vor einer samtroten Gardine, begleitet von gut gewählter, schwungvoller Musik, in ansprechenden Kostümen und mit angenehmem Licht. Dass Fantasie dem Leben eine neue Richtung geben kann, hören wir zu Beginn in einem Prolog aus dem Off. Damit ist die Manege frei für Toni Bügler. Flott und sicher läuft die von ihm präsentierte Freiheitsdressur mit vier Friesenhengsten, die jeweils mit neongelben Geschirren geschmückt sind. Zum Abschluss gibt es einen Steiger. Nach einer etwas langen Umbaupause folgt die Tücherakrobatik von Jasmin Frank. Zu einem italienischen Chanson beweist sie bei Posen ihre Beweglichkeit und bei Abfallern ihren Mut.


Francesco Bügler, Gagi, Adriano Bügler

Ein typischer Bestandteil eines Familiencircus-Programms ist auch das Tellerdrehen. Francesco Bügler gelingt es letztendlich, sechs Teller auf langen Stäben rotieren zu lassen. Partnerin Nikolina gibt mit Mikrofon in der Hand Hinweise, wo ein schnelles Eingreifen notwendig ist, um Abstürze zu vermeiden. Clown Gagi im roten Livree, mit typischer Schminke und senkrecht nach oben stehenden Haaren, sowie seine beiden kindlichen Kompagnons Benno und Billy animieren einige Mitspieler dazu, alles nachzumachen, was ihnen vorgegeben wird. Die Anweisungen gehen vom Laufen auf unterschiedliche Weisen übers Singen bis zum Kampfsport. Die „vier Stühle“ bilden den Abschluss dieser Nummer. Sitzmöbel spielen auch eine Rolle beim Auftritt von Adriano Bügler. Auf seinem „eisernen Kinn“ balanciert er beispielsweise eine Sackkarre, ein Zaun-Element und einen Biertisch, aber eben auch fünf ineinander gesteckte Stühle.


Destiny, Valentina, Benno, Billy und Adriano Bügler

Was sie im Kindesalter schon gelernt haben, zeigen am Luftring Destiny und die noch jüngere Valentina Bügler. Ohne den erwachsenen Gagi bestreiten die Nachwuchs-Komiker Benno und Billy die nächste Szene, in der sie einen weiteren Zuschauer foppen. Auf einem Hochpodium zelebriert Adriano Bügler seine Stuhlpyramide und lässt diese auf diese Weise noch eindrucksvoller wirken.


Toni Bügler, Los Apachos

Die erste Hälfte endet wie sie begonnen hat, mit der Präsentation von vier großen Tieren durch Toni Bügler. Freilich solche einer anderen Art: Diesmal sind es vier Trampeltiere mit Decken auf den Rücken. Sie absolvieren nicht nur verschiedene Lauffiguren, zwei von ihnen steigen auch auf Postamente. Der zweite Programmteil beginnt mit einem weiteren typischen Bestandteil einer Familiencircus-Vorstellung, nämlich Messerwerfen und Lassodrehen, hier ausgeführt von Adriano und Nikolina Bügler, Jasmin Frank und zwei Kindern alias "Los Apachos". Die Rollenverteilung ist selbstredend: Die Damen stehen mutig am Brett, er zielt mit Messern, Äxten und Sternäxten um sie herum und dreht später das große Lasso, unter dem sich alle versammeln.


Toni Bügler, Bügler Brothers

Nach Scherz und Schabernack mit Benno, Billy und einem Gummiband stellt Toni die dritte und letzte Tiernummer des Programms vor, eine Doppelfreiheit mit zwei etwas größeren Ponys. Sie steigen unter anderem mit den Vorderbeinen auf die Piste bzw. eines mit den Vorderbeinen auf den Rücken des anderen. Als „Bügler Brothers“ nicht so ganz treffend beschrieben ist die Darbietung, in welcher der Erwachsene Adriano drei Sprösslinge der Familie Hand- und Kopfstände vorwiegend auf seinen Armen und Händen drücken lässt.


Jasmin Frank, Toni und Francesco Bügler

Wie schon im ersten Programmteil geht es für Jasmin Frank noch einmal hoch hinaus, nun mit schön anzusehenden Posen, mit Abfallern und Schwüngen an den Strapaten. Nach Gagis letzter Reprise, der einen imaginären Ball in einer Tüte fängt, beweist uns Toni Bügler, dass er noch mehr kann als Tiere dressieren und vorführen. Denn als Schlussnummer der Vorstellung jongliert er gekonnt, erst mit vier Ringen, dann mit drei Keulen. Im Finale stellt Francesco Bügler alle Mitwirkenden vor und bedankt sich für den Besuch.

Es sind andere Maßstäbe, die an ein solches Familienprogramm angelegt werden als an eine Vorstellung in einem Großcircus. Hier wird Circus gespielt, wie wir ihn aus unserer Kindheit in Erinnerung haben, durchaus mit nostalgischem Flair. Auffällig ist, wie gut die Handvoll Zuschauer mitgeht und sich regelrecht begeistert zeigt. Eine Anerkennung dafür, dass die Büglers sich trotz spärlich gefüllter Reihen sichtlich Mühe geben. Und wohl auch Ausdruck dessen, dass jeder Opa und jede Oma, jeder Vater und jede Mutter leicht nachvollziehen kann, dass Circusnachwuchs im Kopfstand und am Luftring etwas eingeübt hat und beherrscht, was die eigenen Enkelkinder und Kinder nicht so leicht aus dem Ärmel schütteln würden.

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Text und Fotos: Markus Moll