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der übrigen Teilnehmer |
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Ein großes
internationales Festival ohne Diskussionen über die
Jury-Entscheidung, hat es das schon einmal gegeben? Wohl
nicht. Und so wurde auch in Wiesbaden heftig über die
Preisvergabe der Jury gestritten. Insbesondere die
Platzierungen in der Altersklasse 18-25 Jahre gaben
Anlass zur Diskussion. Während viele der anwesenden
Fachleute in Tempojongleur Semen Krachinow den Sieger
ausmachten, sprach die Jury um Johnny Klinke Equilibrist
Eduard Gelazarov den Gesamtsieg zu. Begründung:
Gelazarov überschreite die Grenze zur Kunst.
Auf mich machte Gelazarovs artistische Therapiesitzung
aber eher einen gekünstelten Eindruck. Ohne Frage:
Gelazarov ist ein großartiger Artist, die
Persönlichkeit des Festivals war aber Semen Krachinow.
Überraschend auch der dritte Platz für die
Diabolo-Darbietung von Karl 3D, die vor allem mit einer
originellen, witzigen und enorm publikumswirksamen Idee
auftrumpft. Karl alias Uwe Mayer garnierte seine
Darbietung mit einer erklärenden Stimme aus dem Off.
Artistisch gab es aber sicher stärkere Nummern im Feld.
Johnny Klinke dagegen sah in Karl 3D die Zukunft
des deutschen Varietés. |
  
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Nun
aber genug kritisiert: Insgesamt hat die Jury schon die richtigen
Entscheidungen getroffen. Lediglich Evgenya Goncharova (Antipoden) und
Christoph Haese (Trapez), die beide ihrem Genre
ungewöhnliche Seiten abrangen, vermisste man auf der
Preisträgerliste.Und
so gilt auch 2006: Wiesbaden und das ausrichtende
Kulturamt der hessischen Landeshauptstadt können stolz
auf dieses Festival sein. Auch heuer war das Dernsche
Gelände in Wiesbaden wieder für vier Tage Mittelpunkt
der europäischen Circus und Varieté-Szene. Dabei hat
sich das Festival trotz aller Professionalität seinen
unkommerziellen, unabhängigen und familiären Charakter
bewahrt. Atmosphärisch ist der European Youth Circus
kaum zu schlagen! Dafür kann man den Veranstaltern
eigentlich nicht dankbar genug sein. Bedauerlich ist es
allerdings trotzdem, dass das Festival auch in diesem
Jahr absolut von Varieté-Nummern dominiert wurde. Damit
sei nichts gegen famose Artisten wie zum Beispiel die
wunderbare Senja Korkkula am Luftring gesagt, aber, wo
Circus draufsteht, könnte vielleicht auch etwas mehr
Circus drin sein. Publikumspreisträger Vladimir Seveljev
hat doch bewiesen, dass auch klassisches
Circusentertainment beim Publikum ankommt.
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Obwohl, den
Veranstaltern kann man für diese Entwicklung des
Festivals keine Schuld geben. Denn Bewerbungen
von Circusartisten gingen in den letzten Jahren stark
zurück. Umso bemerkenswerter ist es, dass sich 2006
unter den Hauptpreisträgern mit Semen Krachinow und
Tatjana Kastein immerhin zwei waschechte Circuskinder
befanden. Auch die einfühlsame Moderation von Pascal
Raviol und Jirginias, die in diesem Jahr die
Veranstaltungsregie von Rebecca Simoneit-Barum
übernahmen, gibt Anlass zur Hoffnung, dass in den
nächsten Jahren der Circus wieder eine etwas größere
Rolle spielt. Freuen wir uns also darauf, wenn es auch
2008 wieder heißt: der europäische Artistennachwuchs zu
Gast in Wiesbaden. |
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Text und Fotos: Sven Rindfleisch
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