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33. Festival International du Cirque de Monte Carlo 2009 - Drumherum
www.montecarlofestivals.com ; Eindrücke von Stefan Gierisch


Fürstenloge mit Prinzessin Stefanie

Monte Carlo, 15. - 25. Januar 2009: Monte-Carlo im Circus-Fieber!? Nicht so ganz: Die 33. Auflage des Festivalshinterließ gemischte Gefühle. Die Atmosphäre der vergangenen Jahre – das Gefühl ganz Monte-Carlo lebt  Circus, ganz Monte-Carlo ist Circus – wollte nicht so recht aufkommen. Ursache dafür war vielleicht auch, dass  die Fürsten-Familie auf Grund der Abwesenheit von Fürst Albert II (Expedition zum Südpol) dieses Jahr lediglich durch Prinzessin Stefanie (teilweise mit Tochter) vertreten wurde. Zu Lebzeiten von Fürst Rainier III, der das Festival 1974 erstmals durchführen ließ, war die Anwesenheit des Fürsten obligatorisch.

Spätestens bei der Preisträger-Gala war dann die Fürstenloge mit mehreren Mitgliedern der Familie (Fürst Rainier, Prinz Albert, Prinzessin Caroline mit Prinz Ernst-August, Prinzessin Stefanie) besetzt. Glamour im Circuszelt. Bereits letztes Jahr zeigte sich Fürst Albert nicht mehr bei allen Auswahlvorstellungen – dieses Jahr nun wegen der Expedition gar nicht. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass sich an  dem seit einigen Jahren durchgeführten Wettbewerb  um das am schönsten zum Thema Circus dekorierte Schaufenster offensichtlich nicht mehr so viele Geschäfte beteiligten und die „eye-catcher“  dieses Jahr fehlten. Vielleicht lag es auch daran, dass man angesichts der Besetzung der Jury (u. a. mit Cheng Haibao aus China und Kim Chang Su aus Nordkorea) sich schon relativ früh mögliche Preisträger „zusammenreimen“ konnte. 

Mit Ausnahme von Flight of Passion waren bei  den Preisträgern so auch keine Überraschungen dabei. Ich persönlich hätte Dominic Lacasse, dem „Unglaublichen Talent“ (so der Titel der französischen Fernseh-Show bei der Lacasse auftrat und von Prinzessin Stefanie „entdeckt“ und eingeladen wurde) einen der begehrten Clowns zugesprochen. Dies hätte mit Sicherheit auch den Zuspruch des Publikums gefunden – wurde Dominic Lacasse doch bei jedem seiner Auftritte regelrecht „gefeiert“.  Ein klein wenig wurden Erinnerungen an das 31. Festival wach, als Encho „nur“ den Silbernen Clown bekam – nach dem Willen des Publikums hätte es Gold sein müssen.


Dominic Lacasse


Roger Falck, Prinzessin Stefanie, Elvis Errani, Mayorov

Wie in den Vorjahren war man bemüht, den Besuchern des Festivals ein entsprechendes Rahmenprogramm zu bieten. Nunmehr zu dritten Male fand im Hafen (Port Hercule) bei freiem Eintritt ein Open-Air-Circus statt. Dieses Jahr rückte die Spielfläche jedoch näher in Richtung  Saint-Devote und war somit nicht mehr ganz so „weitläufig“.  Neben dem großen Circusorchester von Reto-Parolari waren das Circus-Balett vom Circus Nikulin, Dany Daniel, Gipsy Gomez, Val de Fun, die Truppe Mayorov,  Wolfgang Lauenburger mit seinen Hunden, Karl-Ferdinand Trunk mit seinen Kleintieren und Elvis Errani mit seinen Elefanten zu sehen.  Die anderen Artisten sowie Prinzessin Stefanie wohnten der Open-Air-Show als „Zaungäste“ bei.

Ebenso fand auch dieses Jahr wieder eine Ausstellung im Theater Princesse-Grace statt – 2009 mit Werken des Malers Pierre Assémat. Zudem waren in der von der „L’Association Monégasque des Amis du Cirque“ (den monegassischen Circusfreunden)  organisierten Ausstellung  noch einige künstlerische Installationen zum Thema Circus zu sehen. Im Nouveau Musée National de Monaco wurde die Ausstellung „Fernando Botero et le Cirque“ gezeigt. Fotografien von Sebastien Darrasse sah man im Auditorium Rainier III  – hier fand auch wieder das jährliche Circus-Symposium der European Circus Association (ECA), nun im Zusammenarbeit mit der Fédération Mondiale du Cirque, statt. Aufgegriffen wurde hier auch das Thema der Europäischen Union für das Jahr 2009 „Kreativität und Erneuerung“. Unter den Teilnehmern  u. a. der EU-Kommissar für Kultur, Ján Figel. Das Symposium war, mit Ausnahme der ECA-Mitgliederversammlung, öffentlich und der Besuch kostenlos. Im an das Auditorium Rainier III angrenzenden Fairmont-Hotel präsentierte die Firma Playmobil ihr Circus-Programm mit lebensgroßen Figuren und entsprechendem Artisteneingang sowie in zwei überdimensionalen Playmobil-Circuswagen Dioramen. Traditionell ist mittlerweile auch schon der Gottesdienst am Montag Abend (unter Mitwirkung der Sorellas, Dominic Lacasse, Gebrüder Giona sowie der Truppe aus Fujian) sowie im Anschluss daran das Fußballspiel im Stadion Cap d‘ Ail  zwischen einer Auswahl des Circus Festivals und der Equipe des  Fürsten.


Flugtrapez aus Nordkorea, Flight of Passion, Truppe Fujian, Tsisovi



Sorellas, Roger Falck, Elvis Errani

Höhepunkt des Festivals ist zweifelsohne die Preisträger-Gala. Hier vereinen sich die Gewinner der Goldenen, Silbernen und Bronzenen Clowns mit einigen anderen ausgewählten Nummern zu einem Circus-Programm. Aus für mich nicht nachvollziehbaren Gründen wurde dem Gala-Publikum jedoch die mit dem Bronzenen Clown prämierte Masten-Darbietung der Truppe aus Zhengzhou verwehrt. Ursache der Entscheidung diese Nummer nicht auftreten zu lassen, dürfte wohl nicht gewesen sein, dass man  nicht zu viele Truppen in der Gala haben wollte – zu sehen waren bei den „Nicht-Clown-Gewinnern“  die Truppe Mayorov (1 Sonderpreis)  und die Tanz-Gruppe Vivancos (2 Sonderpreise). Gegönnt hätte man auch Karl-Ferdinand Trunk und Wolfgang Lauenburger (Preisträger von jeweils 3 Sonderpreisen!) die Teilnahme an der Preisträger-Gala. Feierlicher Abschluss der Gala ist die Übergabe der  „Clowns“ an die Preisträger“ – dieses Jahr fast in „Fließbandarbeit“ nur durch Prinzessin Stefanie. Bis einschließlich 25. Januar fanden noch 8 „Winner’s shows“ bei Eintrittspreisen von 10 – 120 € statt. Schön war das 33. Internationale Circus-Festival von Monte-Carlo – aber  das „gewisse etwas“ hat dieses Jahr gefehlt. Mal sehen, wie’s nächstes Jahr wird, wenn vom 14.-24. Januar 2010 das 34. Festival International du Cirque de Monte-Carlo stattfindet.

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Text: Stefan Nolte; Fotos: Stefan Gierisch, Stefan Nolte