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Und das spürt man beim Besuch der
gut einstündigen Show. Jedes Detail ist sorgfältig und liebevoll
umgesetzt. Die Ausstattung sowie die Gesamtinszenierung mit Orchester,
großem Ballett, Sängerinnen und einem traumhaften Licht sind ein Fest
für die Sinne. Hinzu kommen die passend für
diesen Rahmen ausgewählten Darbietungen aus den Bereich
Akrobatik, Tierdressur und Clownerie. Mathias Reichle hat aus
diesen Zutaten wiederum ein wunderschönes, harmonisches, vor
allen Dingen aber begeisterndes Ganzes geschaffen, das wir in
einem ehemaligen Fliegenpilz-Chapiteau erleben dürfen. Das
fantastisch spielende Orchester steht unter der Leitung von
Piotr Kolasa.

Szene aus dem Finale
Eine volle Manege gleich zu
Beginn. Das Opening ist vom Film „Greatest Showman“ inspiriert.
Wobei hier zwei Showwomen am Start sind. Die beiden fabelhaften
Sängerinnen geben den Ton an, gefolgt vom ausdrucksstarken
Ballett. Sogar eine Reiterin zu Pferd ist dabei und bald betritt
das gesamte Ensemble die Szenerie. Es entsteht eine große Party
circusstyle. Die Artisten zeigen Kostproben ihrer Kunst und die
Drehbühne sorgt für weitere Effekte.
  
Leonid Beljakov, Rubel
Medini, Duo Acero
Dann gehört die ganze
Aufmerksamkeit des Publikums den quicklebendige Hunden
verschiedener Rassen von Leonid Beljakov. Unter seiner Anleitung
schlagen sie Salti, machen Männchen auf den Füßen ihres Trainers
und wagen gar den Handstand. Die Vierbeiner sind mit vollem
Einsatz bei der Sache, Beljakov versteht es, ihre Tricks mit
einem Augenzwinkern zu verkaufen. Eine der Sängerinnen begleitet
den Auftritt. Rubel Medini hat sich der Disziplin Rola Rola
verschrieben. Er beginnt unter anderem mit Balancen auf einem
Ball sowie mit Seilspringen. Höher hinaus geht es beim Stapeln
von insgesamt sechs Tischen übereinander, die auf Walze und
Brett gestellt werden. Gleich aus acht Walzen besteht der Turm,
auf den der temperamentvolle Artist ganz zum Schluss ein Brett
platziert, um sich darauf im Gleichgewicht zu halten. In einem
ersten Auftritt stellt sich Tito Lester als Koch dem Publikum
vor. Seine Späße mit Hühnereiern zeigt der Clown im
Zuschauerraum, während auf der Spielfläche ein Mast aufgebaut
wird. An diesem beweist das Duo Acero Kraft, Gleichgewichtssinn
und Geschicklichkeit. Giselle Souza war im Opening bereits mit
einem Ausschnitt aus ihrer Kür an den Strapaten zu sehen, nun
begeistert sie gemeinsam mit Partner Edison Felipe Acero am
Pole. Die sympathischen Artisten mit den Traumkörpern arbeiten
gemeinsam starke Haltefiguren an ihrem Requisit oder aber
Giselle balanciert auf dem Rumpf ihres Partners, der sich am
Mast festhält. Zum Abschluss zelebriert sie einen Handstand auf
dem Oberkörper von Edison Felipe, während dieser sich mit beiden
Händen im rechten Winkel vom Pole abdrückt.
  
Tito Lester, Dias
Brothers, Troupe Olmos
Für seinen großen Auftritt hat
sich Tito Lester das Konzert mit Publikumsbeteiligung
ausgesucht. Als großer Maestro im schwarzen Frack dirigiert er
seine Gäste unter anderem beim Spiel auf Saxofon und Schlagzeug
sowie als Sänger. Natürlich wird daraus ein riesiges Vergnügen,
sowohl für die Mitspieler als auch für die Zuschauer.
Professionelle Begleitung durch Orchester und Sängerin bekommen
die Dias Brothers. Los geht es mit dem Rocksong „Proud Mary“,
der die Brüder aus Portugal genial zu ihren energiegeladenen
Sprüngen antreibt. Immer schneller wirbelt der eine den anderen
mit den Füßen durch die Luft. Sogar der auf den Füßen gestartete
und gelandete Salto ist dabei. Daneben jongliert Ruben seinen
Partner Ivan in allen möglichen und (nahezu) unmöglichen
Varianten. Als Grande Finale gibt es unzählige Überschläge.
Zudem sind die beiden Sonnyboys Entertainer im besten Sinne.
Zwei Trampoline und ein „Haus“ mit Wänden aus Plexiglas sind der
überdimensionale Spielplatz der Troupe Olmos. Darauf zeigen die
jugendlichen Artisten abgefahrene Sprungkombinationen. Immer
wieder nutzen sie die Trampoline, um sich Richtung Kuppel zu
katapultieren, spektakuläre Moves zu wagen und dann sicher auf
dem Dach der Hauskonstruktion zu landen. Dabei heizen sie die
Stimmung ordentlich an, der Funke springt direkt auf das
Publikum über. Zusätzlich gibt es Livegesang und die Drehbühne
ist im Einsatz. Beim Finale sind dann noch einmal alle
Mitwirkenden dabei. Die Sängerinnen machen den Auftakt, das
vielköpfige Ballett folgt und nachdem sich Pferd und Reiterin
verabschiedet haben, strömen die Artisten herein. „Circus was my
first love“, so der abgewandelte Titel des John-Miles-Klassikers, ist Teil der musikalischen Begleitung. Die
Schlussworte spricht Murelli (Dierk Müller), der uns als
souveräner Moderator durch die gesamte Vorstellung begleitet
hat. |