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Europa-Park - Zirkus Revue 2023/24
www.europapark.de ; 74 Showfotos

Rust, 27. Dezember 2023: Wenngleich sie nur ein kleiner Baustein im Gesamtkunstwerk des Winterzaubers im Europa-Parks ist, fasziniert die Zirkus Revue immer wieder ihre Gäste. Hat die Betreiberfamilie Mack mit dem Freizeitpark, der Wasserwelt „Rulantica“, den Hotels, der Entwicklung sowie dem Bau von Achterbahnen sowie weiteren Aktivitäten heute viele Standbeine, besinnt sie sich doch auf ihre Anfänge. Damals fertigte das einst in Waldkirch beheimatete Unternehmen auch Wagen für Circusse. So hat diese Unterhaltungsform heute noch einen ganz besonderen Stellenwert.

Und das spürt man beim Besuch der gut einstündigen Show. Jedes Detail ist sorgfältig und liebevoll umgesetzt. Die Ausstattung sowie die Gesamtinszenierung mit Orchester, großem Ballett, Sängerinnen und einem traumhaften Licht sind ein Fest für die Sinne. Hinzu kommen die passend für diesen Rahmen ausgewählten Darbietungen aus den Bereich Akrobatik, Tierdressur und Clownerie. Mathias Reichle hat aus diesen Zutaten wiederum ein wunderschönes, harmonisches, vor allen Dingen aber begeisterndes Ganzes geschaffen, das wir in einem ehemaligen Fliegenpilz-Chapiteau erleben dürfen. Das fantastisch spielende Orchester steht unter der Leitung von Piotr Kolasa.


Szene aus dem Finale

Eine volle Manege gleich zu Beginn. Das Opening ist vom Film „Greatest Showman“ inspiriert. Wobei hier zwei Showwomen am Start sind. Die beiden fabelhaften Sängerinnen geben den Ton an, gefolgt vom ausdrucksstarken Ballett. Sogar eine Reiterin zu Pferd ist dabei und bald betritt das gesamte Ensemble die Szenerie. Es entsteht eine große Party circusstyle. Die Artisten zeigen Kostproben ihrer Kunst und die Drehbühne sorgt für weitere Effekte.


Leonid Beljakov, Rubel Medini, Duo Acero

Dann gehört die ganze Aufmerksamkeit des Publikums den quicklebendige Hunden verschiedener Rassen von Leonid Beljakov. Unter seiner Anleitung schlagen sie Salti, machen Männchen auf den Füßen ihres Trainers und wagen gar den Handstand. Die Vierbeiner sind mit vollem Einsatz bei der Sache, Beljakov versteht es, ihre Tricks mit einem Augenzwinkern zu verkaufen. Eine der Sängerinnen begleitet den Auftritt. Rubel Medini hat sich der Disziplin Rola Rola verschrieben. Er beginnt unter anderem mit Balancen auf einem Ball sowie mit Seilspringen. Höher hinaus geht es beim Stapeln von insgesamt sechs Tischen übereinander, die auf Walze und Brett gestellt werden. Gleich aus acht Walzen besteht der Turm, auf den der temperamentvolle Artist ganz zum Schluss ein Brett platziert, um sich darauf im Gleichgewicht zu halten. In einem ersten Auftritt stellt sich Tito Lester als Koch dem Publikum vor. Seine Späße mit Hühnereiern zeigt der Clown im Zuschauerraum, während auf der Spielfläche ein Mast aufgebaut wird. An diesem beweist das Duo Acero Kraft, Gleichgewichtssinn und Geschicklichkeit. Giselle Souza war im Opening bereits mit einem Ausschnitt aus ihrer Kür an den Strapaten zu sehen, nun begeistert sie gemeinsam mit Partner Edison Felipe Acero am Pole. Die sympathischen Artisten mit den Traumkörpern arbeiten gemeinsam starke Haltefiguren an ihrem Requisit oder aber Giselle balanciert auf dem Rumpf ihres Partners, der sich am Mast festhält. Zum Abschluss zelebriert sie einen Handstand auf dem Oberkörper von Edison Felipe, während dieser sich mit beiden Händen im rechten Winkel vom Pole abdrückt.


Tito Lester, Dias Brothers, Troupe Olmos

Für seinen großen Auftritt hat sich Tito Lester das Konzert mit Publikumsbeteiligung ausgesucht. Als großer Maestro im schwarzen Frack dirigiert er seine Gäste unter anderem beim Spiel auf Saxofon und Schlagzeug sowie als Sänger. Natürlich wird daraus ein riesiges Vergnügen, sowohl für die Mitspieler als auch für die Zuschauer. Professionelle Begleitung durch Orchester und Sängerin bekommen die Dias Brothers. Los geht es mit dem Rocksong „Proud Mary“, der die Brüder aus Portugal genial zu ihren energiegeladenen Sprüngen antreibt. Immer schneller wirbelt der eine den anderen mit den Füßen durch die Luft. Sogar der auf den Füßen gestartete und gelandete Salto ist dabei. Daneben jongliert Ruben seinen Partner Ivan in allen möglichen und (nahezu) unmöglichen Varianten. Als Grande Finale gibt es unzählige Überschläge. Zudem sind die beiden Sonnyboys Entertainer im besten Sinne. Zwei Trampoline und ein „Haus“ mit Wänden aus Plexiglas sind der überdimensionale Spielplatz der Troupe Olmos. Darauf zeigen die jugendlichen Artisten abgefahrene Sprungkombinationen. Immer wieder nutzen sie die Trampoline, um sich Richtung Kuppel zu katapultieren, spektakuläre Moves zu wagen und dann sicher auf dem Dach der Hauskonstruktion zu landen. Dabei heizen sie die Stimmung ordentlich an, der Funke springt direkt auf das Publikum über. Zusätzlich gibt es Livegesang und die Drehbühne ist im Einsatz. Beim Finale sind dann noch einmal alle Mitwirkenden dabei. Die Sängerinnen machen den Auftakt, das vielköpfige Ballett folgt und nachdem sich Pferd und Reiterin verabschiedet haben, strömen die Artisten herein. „Circus was my first love“, so der abgewandelte Titel des John-Miles-Klassikers, ist Teil der musikalischen Begleitung. Die Schlussworte spricht Murelli (Dierk Müller), der uns als souveräner Moderator durch die gesamte Vorstellung begleitet hat.

Mit seiner Zirkus Revue hat der Europa-Park auch in diesem Winter wieder einen wahren Circustraum geschaffen. Schon diese Vorstellung alleine ist den Weg ins badische Rust wert. Doch es gibt weitere Shows und noch viel mehr Fahrattraktionen zu entdecken. Dazu den einmaligen Park mit seinen Themenbereichen, die aufwendig weihnachtliche geschmückt sind. Die ganze Pracht wird sichtbar, wenn es dunkel wird und die gesamte Anlage im Lichterglanz erstrahlt. Dann wird es schwer, sich davon loszureißen und vielleicht doch noch einmal die letzte Circusshow des Tages zu besuchen.

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Text und Fotos: Stefan Gierisch