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Heilbronner Weihnachtscircus 2023/24
www.weihnachtscircus.com ; 200 Showfotos

Heilbronn, 20. Dezember 2023: Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, dass der Heilbronner Weihnachtscircus zur absoluten Spitzengruppe der Weihnachtsshows in Deutschland und Europa gehört, dann wäre er mit der aktuellen Ausgabe erbracht. Das beginnt bei den brandneuen, hauseigenen Zeltanlagen und setzt sich beim Programm fort – mit Superstar René Casselly, großer Truppe aus China, Siebener-Pyramide auf dem Hochseil, glamourösen Revuegirls, Körperkunst in allen Facetten, den wunderbaren Clowns I Baccala, berauschenden Lichtkreationen und hervorragendem Orchester.

Viele Jahre lang kamen die Zelte für den Heilbronner Weihnachtscircus von Alfred Nock bzw. als Nachfolgeunternehmen dem Circus Monti aus der Schweiz. In diesem Jahr hat Direktor Sascha Melnjak in eigenes Material investiert, zu dem ein 47-Meter-Chapiteau mit passendem Vorzelt gehört. Das Design lehnt sich stark an das von Spielzelt und Ausstattung seines Zirkus Charles Knie an, so dass das gesamte Material des Unternehmens wie aus einem Guss erscheint. Zugleich wurden für Heilbronn weitere Raffinessen konzipiert und umgesetzt.


Eingangsbereich und Interieur des neuen Zeltpalastes

Damit bietet der fantastische neue Zeltpalast edelstes Ambiente – die Plane außen rot-weiß, die Einrichtung rot-gold. Das vergrößerte Vorzelt bei gleichzeitig etwas reduzierter Sitzplatzkapazität im Chapiteau (1960 Personen) sorgt dafür, dass im herrlich dekorierten Foyer mit Gastronomie weniger Gedränge herrscht. Die Toiletten befinden sich nun in einem separaten Zelt, das direkt angeschlossen ist. So ist kein Gang ins Freie mehr erforderlich, sobald man den goldenen Zaun samt seinen illuminierten Tafeln mit Aufschrift „Heilbronner Weihnachtscircus“ sowie das Portal mit der Leuchtschrift „Eingang“ passiert hat. Im Zuschauerraum erwarten uns nun ansteigende Reihen bereits in den Parkettlogen, Klappsessel der neuesten Generation – in den Logen gepolstert – mit darin eingelassenen Sitzplatznummern und stilvolle Balkonlogen mit Panoramablick. Der Rundgang unter dem Balkon bietet einen Boden aus maßgefertigten Platten. Blickfang ist der neue Artisteneingang mit elegant geschwungenen, in wechselnden Farben leuchtenden Showtreppen links und rechts sowie einem goldenen Schriftzug mit dem Unternehmensnamen in der Mitte. Darüber findet das Orchester Platz. Hier wurde ein wahrer Traum-Circus geschaffen.


Dezhou Acrobatic Troupe, Duo Ebenezer, Duo Lugo

Im großen Opening empfangen uns die singende Moderatorin Rebecca Siemoneit-Barum sowie die sechs „La Bouche Showgirls“ mit Federschmuck. Mit ihnen steht ein erstklassiges Ballett zur Verfügung – präzise tanzende, bildhübsche, einheitlich große Damen mit viel Präsenz und Ausstrahlung in kostbaren Kostümen und bestechenden Choreographien. Erstmals seit 2017/18 ist wieder eine große Truppe aus China zu Gast im Heilbronner Weihnachtscircus. Gleich vier Damen und neun Herren der Dezhou Acrobatic Troupe erscheinen aus einer Art „Aquarium“ mit darüber springenden Fischen, das aus Tüchern gebildet wird. Wellenbewegungen in großer Formation, die an den rauschenden Ozean erinnern, sind Teil der Choreographie; die blauen Kostüme der Herren lassen uns an geschuppte Meeresbewohner denken. Bei all der aufwendigen Gestaltung kommen die hervorragenden Leistungen beim Reifenspringen, dies auch in beeindruckend großer Höhe, nicht zu kurz. Erstmals erleben wir das kubanische Duo Ebenezer, Nardelys Jimenez Aguila und ihren Partner Rey Vela Pérez. Bei ihrer Partner-Equilibristik im tänzerischen Stil arbeitet sie als Ballerina mit Spitzenschuhen und steht damit schließlich auf einem Fuß auf seiner Stirn (mit Vorteil), das andere Bein kerzengerade in die Höhe gestreckt. Dabei dreht sich der Untermann einmal um die eigene Achse. Was so gar nicht zur Nummer passen mag, ist die musikalische Begleitung mit Calumn Scotts „You are the reason“ – der Song in seinem eintönigen Dreiviertel-Walzertakt steht vollkommen beziehungslos neben dem akrobatischen Geschehen. Auf diese romantischen Momente folgt eine ordentliche Ladung Coolness. „Enter the digital domain and chose your avatar“, ertönt als Ansage aus dem Off. Luis Lugo, seine Partnerin und zusätzliche Figurantinnen in LED-beleuchteten Kostümen zaubern nun ein wahres Lasergewitter, fluten das Chapiteau mit Licht. Neu gegenüber dem Saisonprogramm des Zirkus Charles Knie, dem die Darbietung entnommen wurde, sind leuchtende Drohnen, die in exakter Formation fliegen und für zusätzliche Effekte sorgen.


Quincy Azzario, Merrylu Casselly, Truppe Robles

Ebenfalls aus der Tourneeproduktion bekannt sind die eleganten Handstände, die Quincy Azzario strahlend schön zelebriert. Während die Nummer auf Saison durch einen Kranz aus tanzenden Fontänen um sie herum zu einem fulminanten Gesamtkunstwerk veredelt wird, profitiert sie hier besonders von der Begleitung durch Live-Musik, die einfach durch nichts zu ersetzen ist. Der Klötzchen-Trick bildet den Abschluss, wobei Quincy Azzario sich anschließend nicht wieder voll in den Handstand aufrichtet. Von der leider viel zu früh verstorbenen Rosi Hochegger hat Merrylu Casselly deren legendäre Bettpferd-Nummer übernommen. Diese arbeitet sie mit zwei Pferden: als verhinderter Hürdenspringer wird Cyrano eingesetzt, tatsächlich ins Bett legen darf sich Scout. Zwischen diesen beiden Teilen der Nummer präsentiert Merrylu Casselly einen Fünferzug entzückender Miniponys – ebenso mit weißem Fell und schwarzen Tupfen wie ihre beiden großen Kollegen – in Freiheitsdressur. Eines der Ponys springt gar die Kapriole! Wie schon vor fünf Jahren sorgen die Robles auf dem Hochseil als Pausennummer für einen Höhepunkt im Wortsinn. Von Sprüngen über ein und zwei auf dem Seil kauernde Partner über die Dreier-Pyramide mit zwei Fahrrädern und freiem Stand auf dem Stuhl sowie einem doppelten Zwei-Personen-Hoch bis hin zur sicher gelaufenen Sieben-Personen-Pyramide reicht diese äußerst starke Darbietung. Auch sie profitiert hier von der live gespielten Musik. Für den famosen Sound sorgt wieder das große Orchester aus Polen unter der Verantwortung von Krzysztof Majewski.


La Bouche Showgirlsund Rebecca Siemoneit-Barum, Alexandra Kiedrowicz, Lorenzo Bernardi

Die La Bouche Showgirls und Rebecca Siemoneit Barum leiten in die Pause über und empfangen uns auch wieder zur zweiten Halbzeit – die sechs Tänzerinnen nunmehr als neckische „Bunnies“ mit Hasenohren und Puschelschwänzchen. Ebenfalls mit weiblichem Charme verzaubert uns Alexandra Kiedrowicz bei ihrer Darbietung am Luftring. Hohe Beweglichkeit, starke und gefahrvolle Posen und rasante Kreiseldrehungen, am Ende im Genickhang, machen diese zu einem Genuss. Für Staunen sorgt auch, wie bereits im Saisonprogramm, der junge Italiener Lorenzo Bernardi, der seinen Körper auf unglaubliche Weise zu verbiegen vermag. Gleich zu Beginn zwängt er sich in eine enge Kiste; zum Abschluss löst er Pfeil und Bogen mit den Füßen aus, während er im Mundstand balanciert. Die Zeit dazwischen füllt er mit außerordentlich starken Figuren.


Bello Sisters, Deadly Games, I Baccala

Eine weitere Facette der Equilibristik steuern die „Bello Sisters“ bei. Bei den drei Schönheiten ist der Name zugleich Programm. Voller Anmut und Grazie, begleitet von italienischem Gesang, meistern sie auch die schwierigsten Figuren, die ihre Körper gemeinsam bilden. Weiter unterstützt wird ihr Können durch die aufwendigen Lichtkreationen, die Enrico Zoppe in exzellenter Weise mit Mustern unter dem Zeltdach und aus dem Glanz unzähliger Scheinwerfer von den Masten, dem Artisteneingang, den Balkonlogen sowie aus einem Kranz unter der Circuskuppel zusammenfügt. Das Ballett in Schmetterlingskostümen leitet über zu den „Deadly Games“. Dies ist der treffende Titel für eine der spektakulärsten Messerwurf- und Kunstschützennummern unserer Zeit. Alfredo Silva, mit Irokesenschnitt und zahlreichen Tattoos, verfehlt seine geheimnisvoll-rassige Partnerin Aleksandra Kiedrowicz bewusst nur haarscharf. Wirft mit verbundenen Augen Beile knapp an ihr vorbei, von ihrer Stimme gelenkt. Zielt mit der Armbrust über die eigene Schulter, eine Smartphone-Kamera als Spiegel nutzend. Und wirft Messer auf einen rasant kreisenden Türrahmen, in dessen Mitte sie steht. Nun wird es Zeit für etwas Entspannung, dies mit den wunderbaren Clowns „I Baccala“, Simone Fassari und seine Partnerin Camilla Pessi. Sie waren in der Vorsaison die Publikumslieblinge im ebenfalls vom Zirkus Charles Knie organisierten Offenburger Weihnachtscircus. In der ersten Hälfte der Show jonglieren sie mit Äpfeln und amüsieren uns mit ihrer heiteren Partnerakrobatik bis hin zum „Kopf auf Kopf“, in Hälfte zwei kämpfen sie sich mit ihrer großen Klappleiter mitten durch die Publikumsreihen und beziehen einen Zuschauer in ein akrobatisches Kabinettstückchen ein. Die Leiter wird dann auch für ihren letzten großen Auftritt benötigt und dient dazu, gemeinsam ans Trapez zu gelangen. Natürlich laufen die Übungen in luftiger Höhe scheinbar nicht so ganz planmäßig und gleichen mehr einem Kampf gegeneinander. Das alles ist ein herrlicher Spaß.


Dezhou Acrobatic Troupe, Quincy Azzario und René Casselly, Finale

Noch einmal begeistert uns die Dezhou Acrobatic Troupe, nunmehr mit Diabolospielen in einer ganz großen Choreographie – mal stehen fünf Jungs nebeneinander und geben ein Diabolo von Schnur zu Schnur weiter; mal lässt ein Damen-Quintett fünf der Doppelkegel synchron tanzen, mal gibt es Passagen für Solisten, dies in Kombination mit Salti und Pirouetten. Dies wäre eigentlich schon eine veritable Schlussnummer, doch natürlich fehlt noch der Auftritt des in der Werbung groß herausgestellten Stargastes René Casselly. Aus dem Publikum sind bei seinem Erscheinen bereits "René, René"-Rufe zu hören. Gemeinsam mit seiner Schwester Merrylu und seiner früheren Lebensgefährtin Quincy Azzario präsentiert er das in Monte Carlo Gold-prämierte „Pas de Trois“ zu Pferd. Auf Merrylus freien Stand auf Renés Kopf sowie das Kopf-auf-Kopf mit Quincy folgt das Drei-Personen-Hoch. Nahezu unglaublich ist Renés Doppelsalto zu Pferd, bei dem er sich vom ausschlagenden Ross in große Höhe katapultieren lässt und wieder auf dem Tier landet. Exquisite Kostüme und Live-Musik vollenden die Wirkung. Unzählige Besucher erheben sich bereits jetzt zum Applaus im Stehen.

Mit geschlossenen Standing Ovations und sogar Sprechchören feiert das Publikum im anschließenden Finale der ausverkauften Abendpremiere das gesamte Ensemble. Dies wird mit dem Revue-Ballett vor den leuchtenden Showtreppen und dem von Rebbeca Siemoneit-Barum hervorragend gesungenen „Last Dance“ nochmal zu einem besonders glanzvollen Moment nach knapp drei Stunden bester Unterhaltung im herrlichen Rahmen.

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Text: Markus Moll; Fotos: Tobias Moll