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Für den Hofmeister
Weihnachtscircus nutzt Elmar Kretz das kleinere seiner beiden
Chapiteaus, einen neuwertigen Viermaster mit 35 Meter
Durchmesser. Die bekannte Sitzeinrichtung mit Einzelstühlen in
den Logen und Schalensitzen auf der Tribüne wird entsprechend
angepasst. Im dreimastigen Vorzelt schaffen Verkaufsstände,
Teppichboden, rote Stoffbahnen unter der Decke, große
Kronleuchter, goldene Sterne sowie geschmückte Tannenbäume wie
im Vorjahr ein ansprechendes Ambiente. Heuer wurde auch noch die
Rundleinwand innen mit rotem Stoff abgehängt, was das Bild
nochmals abrundet.
 
Sascha
Thanner, Truppe Ortiz
Neu ist auch die
Verpflichtung von Sascha Thanner als Moderator. Gewohnt stilvoll
und bei jedem Auftritt in neuer Robe führt er durchs Programm.
Dieses beginnt gleich mit einem Höhepunkt im Wortsinn, denn
Diego Ortiz hat seine bekannte Hochseiltruppe zum Septett
erweitert. Vom Aufgang übers Schrägseil über den Sprung über
drei auf dem Seil kauernde Partner sowie das dreifache
Zwei-Personen-Hoch bis hin zur Siebener-Pyramide wird ein
starkes Repertoire geboten. Die Partnerin an der Pyramidenspitze
ist hier durch eine Longe gesichert. Einfach ein wunderbarer
Clown ist der Schweizer André Broger, der in dem 60-minütigen
Programm nur einen kleinen Auszug seines umfangreichen
Repertoires zeigen kann – zunächst geht er auf amüsante Weise
auf die Jagd nach einer Fliege.
 
Armando
Liazeed, Christina Togni
Quasi in die
Fußstapfen ihres Vaters tritt zunehmend die 15-jährige Milena
Heim-Kretz, die bereits mit verschiedenen Pony- und
Pferdefreiheiten zu erleben war und nun beim Hofmeister
Weihnachtscircus die Hohe Schule reitet – dies gemeinsam mit
Christina Togni aus der weltbekannten italienischen
Circusfamilie. Mal gleichzeitig, mal im Wechsel werden
anspruchsvolle Facetten der Reitkunst gezeigt. Das Prädikat
„außerordentlich stark“ verdient die Darbietung von Armando
Liazeed. Sie enthält elegante Handstände auf einem und auf zwei
Armen, Kopfsprünge über ein schmales Brett und den
Klötzchen-Abfaller zum Abschluss.
 
Andrea
Navratilova, Alessio Fochesato
Neben den
hauseigenen Pferdedressuren hat Elmar Kretz noch eine weitere,
großartige Tiernummer engagiert. Alessio Fochesato lässt seine
farbenprächtigen Papageien durch von kleinen Besuchern gehaltene
Reifen fliegen, auf Kinderhänden landen oder frei über den
Köpfen der Zuschauer kreisen. Die hübsche Andrea Navratilova
kreiselt bei ihrer Luftakrobatik im Netz, stellt ihre hohe
Beweglichkeit unter Beweis und lässt uns bei ihren Flügen über
der Manege träumen.
 
Elmar Kretz,
André Broger
Natürlich steht
Elmar Kretz auch in Bietigheim im edlen schwarzen Frack mit
seinen Freiheitsdressuren in der Manege. Erst kürzlich wurde er
beim Circusfestival von Latina in Italien mit fünf Sonderpreisen
ausgezeichnet. Sechs seiner Schimmel stellt er hier vor und
leitet sie zu anspruchsvollen Lauffiguren wie beispielsweise dem
Gegenlauf in verschiedenen Varianten an. Temperamentvolle
Steiger der gesamten Gruppe wie auch einzelner Tiere runden die
Vorführung ab. Tochter Milena assistiert ihm. In seinem zweiten Auftritt unterhält uns André Broger mit seinem oft kopierten, doch nie erreichten
Playback-Gesangsduett, bei dem ein Wischmopp als provisorische
Perücke zum Einsatz kommt.

Los Diegos
Zwei Artisten aus
der Truppe Ortiz – hier unter dem Namen Los Diegos – sorgen für
den Abschluss des Programms, nun in einer klassischen
Todesradnummer einschließlich Seilspringen, Blindlauf und hohen
Sprüngen. Nach 60 Minuten verabschiedet sich das Ensemble in
einem kompakten Finale vom sehr zufriedenen Publikum im restlos
ausverkauften Zelt. |