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Main-Tauber Weihnachtscircus 23/24
www.mt-weihnachtscircus.de ; 167 Showfotos

Bad Mergentheim, 3. Januar 2024: Vier gewinnt! Die 4. Auflage des Main-Tauber Weihnachtscircus von Direktor Rudi Bauer und seinem Team ist die bisher gelungenste. Dazu trägt zum einen das Ensemble mit teils sehr bekannten Namen wie Papageienflüsterer Alessio und Clown Jimmy Folco, aber auch interessanten Neuentdeckungen wie dem Duo Dominguez und Tierlehrer Danny Lauenburger bei. Stark wie nie zuvor präsentiert sich das Licht; Schlagzeuger und Sängerin bieten eine Live-Komponente bei der Musik. Bei der Regie wird die Handschrift von Louis Knie deutlich, der auch Teile des Programms zugeliefert hat.

Es ist schon ein Kunststück, in einer Kurstadt mit nur 25.000 Einwohnern im am dünnsten besiedelten Landkreis Baden-Württembergs eine solch hochwertige Produktion in kurzer Zeit erfolgreich zu etablieren. Schließlich besuchen inzwischen jährlich mehr Menschen den Main-Tauber Weihnachtscircus als Bad Mergentheim Einwohner zählt. Hier hat Rudi Bauer mit seinem Team viele Weichen richtig gestellt, zudem hat der Standort bei genauerem Hinsehen einige Vorteile: Die Stadt gilt seit langem als zirkusbegeistert, auch das Konzept Weihnachtscircus war in der Region bereits bekannt und beliebt. In einem wohl bundesweit einmaligen Ausmaß wird das Projekt Weihnachtscircus von der Stadtverwaltung mitgetragen und unterstützt.


Dolly Power Dancers

Zudem kann sich Rudi Bauer auf ein engagiertes und erfahrenes Team verlassen. Stützen des Unternehmens sind Joey Nix (Kreativdirektor), Tim Thomsen (Produktionsbüro), Sven Plewa (Kassenleitung), Timo Schwarzmeier (gastronomische Leitung), Daniel Renz junior (technische Leitung), Ricardo Frank (Außenwerbung) und neu in dieser Saison Barbara Rott (Medien und Marketing). Gespielt wird wiederum im weiß-gelben 42-Meter-Chapiteau des ehemaligen Circus Universal Renz mit passendem, festlich dekoriertem Vorzelt.


Erik Niemen, Liudmyla Ryhzkova, BMX Riders

Clown Jimmy Folco wärmt das Publikum zunächst mit einem Klatschspiel auf, ehe das große Opening mit den sechs Dolly Power Dancers aus dem Circus Louis Knie folgt. Die hübschen jungen Frauen in ihren schmucken, weiß-roten Kostümen kombinieren ihre modernen Dancemoves mit kleinen artistischen Kostproben, dies mit Hula-Hoop-Reifen und Luftakrobatik im Netz. Parallelen zur Truppe Bingo sind nicht zu übersehen. Nach der Begrüßung durch den gewohnt charmanten und eloquenten Sprechstallmeister David Paschke, der zum zweiten Mal gewonnen werden konnte, gehört die Manege Erik Niemen. Auf dem Drahtseil springt er über einen Säbel sowie durch einen Reifen. Auf Pirouetten folgt der Sprung über eine Barriere. Dieser wird zunächst mit einem effektvollen Scheinsturz verkauft, um dann die Barriere noch höher halten zu lassen, bis auf Brusthöhe des Artisten. Mit einem gewaltigen Satz wird diese überquert. Auch der Rückwärtssalto gelingt dem jungen Italiener sicher. Schon oft haben wir Jimmy Folcos Wasserspucken mit einem Kind aus dem Publikum gesehen, doch noch nie haben wir es erlebt, dass ein Junge tatsächlich wie befohlen den wassergefüllten Mund in Richtung eines erwachsenen Logengastes entleert. Da ist selbst Jimmy Folco überrascht. Liudmyla Ryhzkova ist mit ihren langen, gelockten Haaren und ihrem mit glitzernden Pailletten besetzten Kostüm eine äußerst ansprechende Erscheinung. Mit strahlendem Lächeln arbeitet sie an den Tüchern. In großer Höhe beweist sie Kraft, Eleganz und Beweglichkeit. Auf Posen, Abfaller und Spagat folgen rasante Wirbel und mutiges Abwickeln bis knapp über den Boden. Mit rockigen Moves stimmen die Dolly Power Dancers auf den Tribünentreppen auf den folgenden Act ein, die BMX Riders. Frei nach dem Motto „Ewig junger Circus“ strampeln die drei coolen Jungs eine Art Schanze hinauf und landen nach diversen Sprüngen – von Pirouetten bis hin zum Rückwärtsalto auf dem Rad – auf einer schrägen Rampe, die wieder zum Manegenboden hinunterführt. Links befindet sich ein hohes Postament und darauf ein noch höher angebrachtes, schmales Brett. Zu diesen Stationen wird hinauf und wieder in die Manege hinunter gesprungen. Zudem werden die auf der Schanze oder auf dem Boden liegenden Partner mit dem BMX-Rad übersprungen.


Flying Comets, Danny Lauenburger

Für Entspannung sorgt Jimmy Folco als „verrückter Koch“, der mit Pizzen jongliert und ein Ei auf seinem Kopf zerschellen lässt, welches er eigentlich mit der Kochmütze fangen wollte. Wunderbar emotionale Bilder schafft Alessio Fochesato, der seine farbenprächtigen Papageien durch von kleinen Besuchern gehaltene Reifen fliegen, sie auf Kinderhänden landen oder frei über den Köpfen der Zuschauer kreisen lässt. Das Engagement von Jimmy Folco bietet David Paschke die Gelegenheit, auch seine komische Seite zu zeigen. In einer ersten gemeinsamen Reprise begeben sich beide in einen Disput über Luftballons, der für den eleganten Sprechstallmeister damit endet, dass ein wassergefüllter Ballon über seinem Kopf platzt. Sängerin Lili Konyot wagt sich beim Netzaufbau an das anspruchsvolle „This is me“ aus dem Greatest-Showman-Soundtrack, dies inmitten der tanzenden Dolly Power Dancers. Die eingespielte Musik wird in dieser Saison erstmals von Manfred Huber am Schlagzeug live akzentuiert. Wie schon im Vorjahr präsentiert der Main-Tauber Weihnachtscircus ein Flugtrapez als Pausennummer, nun allerdings in größerer Formation mit drei Fliegerinnen, einem Flieger und einem Fänger. Ein Eineinhalbfacher (an den Beinen gefangen), der Doppelsalto gestreckt und der Dreifache sind wesentliche Bestandteile des Repertoires der „Flying Comets“, nicht jedoch die Passage. Nach der Pause ist der Zentralkäfig samt Postamenten bereits aufgebaut. Durch einen Tunnel betreten acht kleine „Löwen“ mit Mähnen den Käfig. Unter der Anleitung ihres äußerst sympathischen Trainers Danny Lauenburger beweisen sie ihre Platzsicherheit, werden mit zwei langen Stäben dirigiert und stets auf Distanz gehalten, so wie es bei gefährlichen "Big Cats" üblich ist. Wir dürfen alles erleben, was wir in einer großen Raubtiernummer erwarten: Hochsitzer, Reifensprünge, gegenseitiges Überspringen, „Löwenbar“, Rollover und anderes mehr. Nur handelt es sich bei den Tieren nicht um echte Raubkatzen, sondern um Chow-Chow-Hunde! Eine wunderbare, mit viel Liebe zum Detail umgesetzte Hommage ans Thema Raubtierdressur, das leider weitgehend aus den Manegen verschwunden ist. Hier bekommen wir en miniature die Bilder geschenkt, die wir so gerne wieder mit großen Katzen sehen würden.


Liudmyla Ryhzkova, David Paschke und Jimmy Folco

Während des Käfigabbaus demonstriert Alessio im Dialog mit David Paschke das erstaunliche Sprachtalent von Gelbbauchamazone Tortuga. Der Papagei kann Tiergeräusche und Instrumente imitieren, zum Geburtstag gratulieren und sich vom Publikum verabschieden, natürlich auf Italienisch. In der Zwischenzeit wurde die Waterbowl aufgebaut. Liudmyla Ryhzkova springt immer wieder ins Nass des Plexiglasbeckens, taucht unter und wieder auf, lässt Wassertropfen sprühen. Zwischen den Passagen im Becken arbeitet sie ihre Luftakrobatik am Ring über dem Wasser. „Halb Mensch, halb Fisch“, wird sie von Jimmy Folco auf amüsante Weise beschrieben. Der Clown und David Paschke liefern sich nun ein Zeitlupen-Duell mit Messer und Pistole, dem letztendlich beide zum Opfer fallen, dies natürlich nur zum Schein.


Danny Luftmann, Duo Dominguez, Truppe Diorio

Ein überaus selten gezeigtes und damit spannendes Genre bringt Danny Luftman in die Manege. Der Portugiese mit Soleil-Erfahrung lässt im Superhelden-Outfit bis zu fünf Bumerangs durchs Chapiteau fliegen und fängt diese wieder auf. Der Applaus ist riesig. Über eine tolle Neuentdeckung dürfen wir uns beim Auftritt des Duo Dominguez aus Kuba freuen. Wie König und Königin erscheinen Abel Dominguez und seine Partnerin Yanet González Correa in ihren aufwendigen Kostümen. Mal schwebt er im Zahnhang und hält eine Handschlaufe, an der sie sich wiederum im Zahnhang hält. Mal kreist sie kopfüber an Strapaten, während weitere Bänder an ihrem Zopf befestigt sind – an diesem wiederum rotiert er durch die Luft. Dann wagt sie den Zopfhang, während er sich im Zahnhang an einer Schlaufe um ihr rechtes Fußgelenk hält. Zum Ende der Darbietung trägt er die im Zopfhang fliegende Partnerin nur mit der Kraft seines Gebisses. Der zweite Teil der Nummer wird von Lili Konyot gesanglich begleitet. Drei Herren aus dem Publikum dürfen in Jimmy Folcos Filmszene mitwirken, seine Ehefrau Claudia gibt herrlich überzeugend die total introvertierte Zuschauerin, der in diesem Entree einiges zugemutet wird. Ein großer Spaß. Stets seine Wirkung beim breiten Publikum erzielt das Genre Motorradkugel. Vier Fahrer aus dem Hause Daniel Diorio, davon eine Frau, rasen hier durch das Requisit. Dabei öffnen sich die beiden Kugelhäften; im Anschluss folgen noch rasante Touren auf sich kreuzenden Bahnen, die Maschinen dabei im abgedunkelten Zelt LED-beleuchtet.

Effektvoll auch nochmal der Tanz, mit dem die Dolly Power Dancers das Finale einleiten. Das begeisterte Publikum erhebt sich zu Standing Ovations, und am Ende des starken, jederzeit flüssig ablaufenden Programms kündigt David Paschke das erste Jubiläumsprogramm des noch jungen Unternehmens an – den 5. Main-Tauber Weihnachtscircus, der im Dezember 2024 seine Premiere feiern wird.

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Text: Markus Moll; Fotos: Tobias Moll