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Integriert
in den roten Artisteneingang ist das Logo der Produktion,
welches im gleichen Stil wie das der anderen Standorte gehalten
ist. Davor stehen zwei große, geschmückte und beleuchtete
Weihnachtsbäume.

Zeltanlagen auf dem Neuen Messplatz in Mannheim
Die Show
folgt ebenfalls dem bekannten und offensichtlich erfolgreichen
Muster. Zu hochwertigen Darbietungen aus den Bereichen Artistik
und Clownerie kommen eine Sängerin sowie ein Ballett.
Tierdressuren sind zur Premiere in Mannheim nicht dabei, aber
auch diese gab und gibt es in den von Thomas Schütte
verantworteten Programmen schon. Das Lichtdesign ist wunderbar.
Nicht so recht in diesen Rahmen passen mag der DJ, der neben
einem der Weihnachtsbäume sitzt. Der in schwarz gekleidete Herr
mit Nikolausmütze auf dem Kopf übernimmt auch die wenigen
Ansagen.
  
Chistirrin, Luna Girls, Balkanski Familie
Wie beim
Weihnachtscircus in Hannover gibt es einen Wettbewerb um die
besten Darbietungen. Als Jury fungiert das Publikum. Die
Zuschauer erhalten einen Stimmzettel, mit dem sie ihren
Favoriten wählen können. In der Gunst der Mannheimer ganz oben
steht Chistirrin. Der Clown aus Mexiko erobert die Herzen des
Publikums im Sturm und sichert sich den ersten Platz. Chistirrin
macht seine fröhlichen Späße, jongliert und musiziert. Auch
sein, je nach Sichtweise, Mit- oder Gegenspieler kann den
quirligen Comedian nicht stoppen. Einen Gegenpol dazu bildet die
ruhige Akrobatik am Luftring der Luna Girls, die auf Rang zwei
landet. Marina und Marika arbeiten wunderschöne Haltefiguren
über der Manege. Alles sieht so traumhaft einfach aus und
erfordert doch viel Kraft und eine gewisse Risikobereitschaft.
Bronze geht an die Balkanski Familie. Dabei handelt es sich um
die Kinder von Nikolai Balkanski, der vor vielen Jahren beim
Circus Krone im Todesrad sowie in der großen
Schleuderbrett-Truppe zu erleben war. Zwei Mädchen und ein Junge
zeigen auf einer runden Plattform rasante Rollschuhartistik.
Leistung und Präsentation sind in der Tat bereits beeindruckend,
dennoch kommt der Auftritt in diesem großen Rahmen aus meiner
Sicht etwas zu früh. Die Akteure wirken noch sehr jung. Durch
das geringe Körpergewicht der jüngeren Schwester wirken einige
der Tricks zudem vergleichsweise „leicht“.
  
Urban
Lights, Anton Monastyrsky, Gerlings
Breakdance,
Akrobatik und eine Lichtshow kombiniert die Formation Urban
Lights zu einer mitreißenden Show. Das Quintett zeigt Sprünge
über mehrere am Boden kniende Zuschauer, ein Mitglied rotiert im
Kopfstand um die eigene Achse. Danach sorgen die Akteure im
Dunkeln mit LED-besetzten Kostümen für ganz besondere Effekte.
Einer der wenigen männlichen Vertreter des Genres Hula Hoop ist
Anton Monasytrsky. Nicht nur das, denn er gewinnt dieser
Disziplin zudem neue Seiten ab. In seine Kür voller Dynamik
integriert er unter anderem einen Handstand. Ursprünglich an
zwei Todesrädern auftreten sollte eine Formation der Gerlings.
So erleben wir auch vier Artisten, von denen aber nur zwei auf
dem nun einzelnen Todesrad arbeiten. Hohe Sprünge und der Lauf
mit verbundenen Augen gehören zu ihrem Repertoire. Die anderen
beiden Akteure bleiben am Boden.
  
Mario
Berousek, Mongolian Fantasy, Liina Aunola
Mit Mario
Berousek wurde einer der ganzen großen Namen für die Premiere in
Mannheim verpflichtet. Seine Jonglagen mit silbernen Keulen sind
legendär. Kaum folgen kann das menschliche Auge, wenn er zum
Schluss drei davon in Höchstgeschwindigkeit rotieren lässt.
Deutlich ruhiger sind die Bewegungen bei den vier
Kontorsionistinnen von Mongolian Fantasy. Sie erschaffen
wunderbare Bilder und lassen vergessen, dass sie mit einer
Wirbelsäule ausgestattet sind. Seine extremen Verbiegungen
serviert das Quartett stets mit einem Lächeln. Martti Peltonen
und Liina Aunola waren zusätzlich mit ihrer gemeinsamen
Kunstschützen-Darbietung an der Armbrust vorgesehen.
Letztendlich zu sehen gibt es dann aber nur die Luftnummer im
Solo von Liina Aunola. Diese beginnt und beendet sie am
Vertikalseil, dazwischen arbeitet sie am Schwungseil. Im
Repertoire hat sie unter anderem den beherzten Sprung vom
Schwung- zum Vertikalseil. Hinzu kommen starke Tricks am
jeweiligen Requisit.
  
Yahav
Adar, Gerlings, Lara Wolf
Mit dem
Roue Cyr dreht Yahav Adar ihre kunstvollen Runden über den
Manegenteppich. Wo unsereins schnell einen Drehwurm bekommen
würde, beweist die Artistin eine bewundernswerte
Körperbeherrschung. In immer wieder neuen Variationen bewegt
sich Yahav Adar mit ihrem Rad fort und lässt den unteren Teil
ihres roten Kleids fliegen. Mit einer Pyramide zu sieben
Personen auf dem Hochseil sorgen die Gerlings vor dem Finale für
den ganz großen Nervenkitzel. Auch davor dürfen die Zuschauer
mitfiebern. Etwa beim doppelten Zwei-Personen-Hoch oder beim
Überspringen von zwei auf dem Seil sitzenden Partnern.
Komplettiert wird die Show durch sechs Tänzerinnen und Sängerin
Lara Wolf. Das Ballett ist immer wieder in wunderschönen
Choreographien und ebensolchen Kostümen präsent. Da werden die
Zwischenspiele zu eigenständigen Darbietungen. Lara Wolf
überzeugt sowohl mit ihrer großartigen Stimme als auch mit ihrer
sympathischen Präsenz. Egal ob Pop- oder Weihnachtssong, Lara
Wolf hat stets eine passende Interpretation parat. Ausgiebig
zelebriert, ja gefeiert wird das Finale. Es gibt mehrere
Zugaben, bei denen das Ensemble etwa eine Runde zwischen Gradin
und Logen dreht. |