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In der
Saison 2024 sind wieder etliche spannende Acts zu erleben.
Zum wiederholten
Mal dabei ist Clown Emilion (Delbosq), was eine echter
Glücksfall ist. Denn der Spaßmacher überzeugt mit seinem
herrlichen Spiel genauso wie mit seiner Kreativität. Auch
diesmal hat er mehrere Nummern mit nach Paris gebracht, die hier
noch nicht zu sehen waren.

Emilion
Delbosq, Rosey Delarue Delbosq, Xavier Fagnon
Mein Favorit ist
die Bootsfahrt, zunächst im Solo.
Diese findet in einem weißen Ruderboot mit blauer Aufschrift „Geek
Cruise“ statt. Nach einer Angelpartie und einem Striptease
steigt eine Frau aus dem Publikum zu, die kleinere
Annehmlichkeiten, aber auch Schrecksekunden erlebt. Die Gags
sind teilweise bekannt, etwa von der Autofahrt oder dem Kampf
mit dem Hai. Sie sind aber genial umgesetzt und bekommen durch
neue Ideen sowie den Gesamtaufbau eine hohe Eigenständigkeit.
Mit von der Partie ist auch eine für den Zuschauer unsichtbare
Person im Bug des Schiffes. Sie bewegt etwa eine große Möwe oder
bedient einen Fön, durch die die aus dem Film Titanic bekannte
Pose aufgepeppt wird. Insgesamt eine großartige Nummer. Bei der
turbulenten Restaurantszene wird Emilion von seiner Frau Rosey
Delarue Delbosq und Xavier Fagnon unterstützt. Letzterer ist
wiederum als Monsieur Loyal unser Begleiter durch den
Nachmittag. Außerdem steuert der Clown eine Filmszene, das Warm
up und das Verknoten von vier Zuschauern bei. Letzteres Harry
Potter-like.
  
Ivan Radev,
Mike Togni Jr., Valentino Bouglione
Der artistische
Auftakt nach der Begrüßung durch die Weihnachtsfrauen und Xavier
Fagnon gehört Ivan Radev. Variantenreich jongliert er zu
folkloristischer Musik mit Fußbällen. Dies nicht nur mit den
Händen, auch auf dem Kopf lässt er die Bälle sicher springen.
Dies sogar, wenn darum ein Sprungseil rotiert. Als Höhepunkt
lässt er drei Bälle übereinander auf einem Stab kreisen. Enorm
intensiv ist der Auftritt der Togni Family. Bei seinen
Lassospielen gibt das Trio unentwegt vollen Einsatz. Im
Mittelpunkt steht Mike Togni Jr., den wir 2018 beim European
Youth Circus in Wiesbaden erleben konnten. Mit dabei sind seine
Schwester Sharon und ihre Mutter. Mal mit kleinem, mal mit
großem Radius lassen sie ihre Seile tanzen, geben die Lassos von
einem zum anderen oder springen hindurch. Ihre Nummer ist enorm
kreativ und wird sehr überzeugend im Westernstyle präsentiert.
Geheimnisvoll startet Valentino Bouglione seine Equilibristik.
Zu seinem attraktiven schwarzen Kostüm trägt er eine
Teufelsmaske. Diese legt er nach den ersten Handständen ab.
Kraftvoll hält er sich auf einem Arm und zwei Armen im
Gleichgewicht. Den Abschluss bildet der Klötzchentrick. Ein
weiterer hoffnungsvoller Nachwuchsartist aus der großen
Circusdynastie.
  
Germaine
Delbosq Santus, Jérémy Salar, Gallingani Sisters
Den Schlusspunkt
des erst Teilsen setzt das Duo Carmona mit seinen Bolaspielen und
Trommelkünsten. Dahinter verbergen sich Germaine Delbosq Santus
und Ehemann Luciano Gabriel Gomez Carmona. Sie bringen das Feuer
Südamerikas an die Seine. Bezogen auf ihren Schlusstrick ist das
sogar wörtlich zu nehmen. Denn dabei lassen sie Bolas mit
brennenden Schnüren rotieren. Viel Feuer ist auch beim Auftritt
von Jérémy Salar im Spiel. Sein Tanz auf dem Drahtseil
beinhaltet neben Sprüngen und Lauffiguren auch den Satz durch
einen mit Flammen gespickten Ring. Richtig spektakulär wird es
am Ende. Unter dem Seil wird eine Leine gespannt und
anschließend entzündet. Dann balanciert Jérémy Salar erneut über
den Draht, jetzt aber durch lodernde Flammen. Der Effekt ist
enorm, die tatsächliche Schwierigkeit schwer einzuschätzen. Noch
einmal gehört das Scheinwerferlicht Germaine Delbosq Santus. Sie
kommt auf einem Motorrad hereingefahren, das als Trinka für ihre
Antipodenspiele dient. Mit den Füßen jongliert sie einen Würfel,
eine Walze und einen Ring, Bälle sowie ein Kreuz mit brennenden
Enden. Das Ganze wird energiegeladen verkauft. Die Gallingani
Sisters verstehen sich auf die Kunst der Partnerakrobatik. Da
trägt die eine Schwester die andere auf den Händen, während sie
einen Spagat zeigt. Auch den Kopf-auf-Kopf haben die charmanten
jungen Damen im Repertoire. Eine rundum gelungene Schlussnummer,
die wunderbar in den Rahmen passt. Das ausführlich zelebrierte
Finale schließt sich an, bei dem das Lied „Petit Papa Noel“ wie
jedes Jahr nicht fehlt. Im kleinen Epilog wird Clown Emilion mit
Schlafmütze und Kerze von den Damen in weihnachtlichen Kostümen
zum Artisteneingang begleitet. Der Vorhang fällt letztmalig,
nachdem die Kerze ausgepustet wurde. |