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Bonner Weihnachtscircus 2025/26
www.bonner-weihnachtscircus.de ; 197 Showfotos

Bonn, 29. Dezember 2025: Ein rundum gelungenes Circuserlebnis bietet der 18. Bonner Weihnachtscircus von Manuel Fischer. Viel Artistik mit unter anderem einer weiblichen Truppe aus China, eine hochkarätige Tiernummer und einen Spitzenclown umfasst dieses Programm. Es bietet sowohl bekannte Namen wie die Geschwister Shirley und Dede Larible oder die Garcia Brothers als auch originelle Neuentdeckungen. Gespielt wird es im wunderbaren Ambiente mit Orchester, Ballett und hervorragendem Licht – unter der Regie von Louis Knie junior zu einer glanzvollen Show verbunden.

Nach Standortwechseln innerhalb der Bundesstadt ist der Bonner Weihnachtscircus seit einigen Jahren auf dem großen Gelände von Pützchens Markt beheimatet. Und hier ist er wohl gekommen, um zu bleiben. Festlich beleuchtet strahlt der weiße „Kingdom Palace“ mit seinem schwarzen Dekor in der Dunkelheit. Auf dem zweimastigen Vorzelt prangt eine halbkreisförmige Leuchtschrift mit dem Unternehmensnamen.


Der „Kingdom Palace“ auf Pützchens Markt

Im aufwendig dekorierten Inneren erwartet uns die Restauration mit einem umfangreichen Angebot an warmen und kalten Leckereien und entsprechenden Getränken. Die moderne Bestuhlung im großen Viermast-Chapiteau bietet ansteigende Reihen sowohl in den Logen als auch auf der Tribüne. Blickfang ist der geschmackvolle, samtrote Artisteneingang, auf dem das Orchester seinen Platz findet. Dank der üppig ausgestatteten Lichtanlage kann das Geschehen in der Manege optimal in Szene gesetzt werden.


Dolly Power Dancers, Truppe Dalian, Totti Alexis

Louis Knie junior führt nicht nur Regie, sondern hat aus seinem vorwiegend in Österreich reisenden Circus auch die „Dolly Power Dancers“ mitgebracht. Die jungen Damen und ihr männlicher Partner Sergei Malinovsky eröffnen die Vorstellung mit einem energetischen Tanz mit akrobatischen Elementen. Eine der Akteurinnen zeigt dazu Artistik am Luftring. Sara Biasini Berousek begrüßt das Publikum und übernimmt auch die weiteren Ansagen vorwiegend aus dem Off – eine Herausforderung für die junge Frau mit der hellen Stimme. Immer wieder gelingt es den Machern des Bonner Weihnachtscircus, außergewöhnliche Darbietungen zu verpflichten, die man so nicht häufig sieht. Das gilt gleich für den ersten Auftritt der rein weiblichen Truppe Dalian mit ihren Schirm-Antipoden. Im Mittelpunkt der Nummer steht – oder liegt vielmehr auf ihrem Rücken – eine Artistin, die Schirme mit den Füßen jongliert und balanciert. Die anderen Damen in ihren blauen Kleidern tragen hier nur zum schönen Gesamtbild bei und assistieren. Vier Schirme mit Händen und Füßen zu bewegen, das ist nur der Beginn. Letztendlich sind es 15 Schirme, die die junge Frau zur gleichen Zeit kontrolliert: Vier von ihnen, von den Assistentinnen kunstvoll ineinander gesteckt, hält sie auf dem linken Fuß im Gleichgewicht, neun auf dem rechten, zwei weitere drehen auf ihren Händen. Im dritten Winter in Folge sorgt Clown Totti Alexis für den Spaß im Bonner Weihnachtscircus. Seriös im schwarzen Frack kommt er in die Manege, einen Gitarrenkoffer hat er dabei. Dieser enthält jedoch eine Trompete in ungewöhnlich langer Form. Nachdem diverse Widrigkeiten überwunden sind – Verstrickungen in die eigenen Hosenträger und herabfallende Notenblätter –, kommt er doch noch zum Musizieren. Im weiteren Verlauf des ersten Programmteils legt er sich noch ein „Muskelpaket“ zu, um sich im Zusammenspiel mit einem Herrn aus dem Publikum als Gewichte stemmender Kraftmensch zu präsentieren.


Noah, Truppe Dalian, Dolly Power Dancers

Bestes Beispiel für die Raritäten, welche im Bonner Weihnachtscircus immer wieder erlebt werden können, ist Noah. Er erklimmt einen besonderen chinesischen Masten, denn am oberen Ende befindet sich eine Toilette mit Spülkasten. Dank gespielter Ungeschicklichkeit gerät der sympathische Herr mit dem Kopf voran in die WC-Schüssel. Beim eigentlichen „Geschäft“ entledigt er sich hinter einer Zeitung verborgen der karierten Hose. Auch einige artistische Kabinettstückchen, wie das Drücken einer Flagge an der Mastenstange, sind Teil dieser amüsanten Darbietung. Wieder nach China geht es mit einem Duo der Truppe Dalian. Nach Elementen aus Wurf- und Partnerakrobatik tanzt die Dame als Ballerina auf dem Untermann, steht mit nur einem Bein und auf Spitzen auf seinen Schultern. Beim einbeinigen Spitzentanz auf seinem Kopf, auf dem er nun eine Kappe trägt, hält er mit beiden Händen ihren Fuß. Zu musikalisch eher ruhigen Tönen ist das zweite Bild mit den Dolly Power Dancers gestaltet. Fünf junge Frauen tanzen, zwei zeigen Elemente der Rollschuhakrobatik und eine wagt zwischen Strapatentüchern Abfaller und Spagat.


Dede Larible, Garcia Brothers, Pavel Valla Bertini

Dede Larible sucht und findet bei seinen klassischen Jonglagen den Kontakt zum Publikum. Die Zuschauer gehen begeistert mit und klatschen rhythmisch, während er bis zu sieben Keulen, zehn Ringe und vier Strohhüte auf ihre Touren durch die Luft schickt. Der junge Mann ist ebenso Vertreter der nächsten Generation einer bestens bekannten Artistenfamilie wie die beiden Garcia Brothers. Antonio und Connor setzen nun sogar die einzigartige Darbietung fort, mit der ihre Eltern Vicky und Pablo Garcia seit Jahrzehnten Erfolge feiern. Die Rede ist von der gewagten Luftnummer an der kreisenden Rakete. Einige Tricks entsprechen genau dem Original, andere haben die beiden Brüder für sich angepasst. Beim Schlusstrick rotiert der eine Bruder bäuchlings an seinem Gürtel hängend in der Luft, während ihn der andere mit der Kraft seines Gebisses hält. Mit dem ikonischen Bild der Garcia-Rakete geht es in die Pause. Hälfte zwei beginnt mit einer Überraschung für das Publikum. Denn Pavel Valla Bertini springt mit einem besonderen Einrad mit drei übereinander angeordneten Reifen nicht nur die Stufen seines Requisits hinauf und von dort zu einem Trampolin und zurück. Nein, er krönt seinen Auftritt mit der wagemutigen Runde durch die Manege auf einem haushohen Requisit, das aus 15 übereinander montierten Rädern besteht. Wenn seine drei Kinder abschließend zeigen, was sie bereits auf dem Einrad gelernt haben, ist auch hier die nächste Circus-Generation am Start. Inmitten des Publikums spielt Totti seine nächste, interaktive Szene. Mit Wow-Rufen und Winken dürfen hier alle mitmachen und sein Trompetenspiel unterstützen. Wenig später sehen wir ihn nochmal als „Hauselektriker“ wieder, der das ausgefallene Licht in Gang bringt. Vor der Schlussnummer folgt ein weiterer musikalischer Auftritt, bei dem Totti „Granada“ singen möchte, aber erst einmal seine Gitarre finden muss. Denn hinten hat der Clown keine Augen, doch das Instrument hängt auf seinem Rücken.


Duo Malinovski, Garcia Brothers, Shirley Larible

Gemeinsam mit einem Partner hat sich Sergei Malinovsky eine neue, recht kompakte Duo-Nummer am Chinesischen Masten erarbeitet, die von den Dolly Power Dancers begleitet wird. „All Black“ ist das Motto der Outfits bei Akrobaten und Tänzerinnen. Vorwiegend im Wechsel werden die Tricks gearbeitet, etwa wenn Sergei Malinovsky kopfüber den Masten hinunterrutscht, sich nur mit den Beinen haltend, und kurz vor dem Boden stoppt. Interaktiv ist dagegen der Trick, bei dem der Namensgeber des Duos den Mast hinuntersaust, während der daran klammernde Partner kurz loslässt, um ihn passieren zu lassen. Von Kindern zu jungen Männern gereift sind die beiden Garcia Brothers, seit wir ihre Karriere verfolgen. Ist ihre Arbeit an der Rakete neu für uns, ist ihre Handstandnummer mit originellen Einfällen bestens vertraut. Zum Repertoire dieser starken und mit viel Power vorgetragenen Nummer gehören beispielsweise Balancen auf einem Segway, Mundstand, Kopfstand-Kreisel und der mit den Füßen ausgelöste Bogenschuss. Mit viel Ausstrahlung überzeugt auch Shirley Larible bei ihrer Kür an den Strapaten. Kraftvolle Umschwünge, das Auf- und Abwickeln an den Bändern und der freihändige Wechsel vom Stand in den Spagat prägen diesen Auftritt.


Shu Takada, Alessio Fochesato, Truppe Dalian

Für die asiatische Note im Programm ist nicht allein die Truppe Dalian aus China verantwortlich. Vielmehr wurde darüber hinaus Shu Takada aus Japan verpflichtet. Er ist sechsfacher Weltmeister im Jo-Jo, hat beim vorletzten „Cirque de Demain“ – gemeinsam mit einem Partner – Silber gewonnen und zählt fast 74.000 Follower auf Instagram. In seinem Streetstyle-Oufit lässt er erst ein Jo-Jo in Form eines Mini-Diabolos übers Seil tanzen und schickt dann zu komplexer Musikbegleitung zwei Jo-Jos der bekannten Form auf Reisen durch die Luft. Seit einiger Zeit hat Alessio Fochesato seine Papageiennummer neu gestaltet. Anstelle von Kindern aus dem Publikum wirken nun die Dolly Power Dancers in der nun noch eleganteren Revue mit. Die charmanten Girls tragen einen auf dem Rücken liegenden Papagei auf Händen oder halten die Stangen, bei denen ein roter Ara von einer zur anderen fliegt und jeweils einmal drum herum dreht. Wohl einzigartig in der Circuswelt ist der Tukan mit seinem riesigen, orangefarbenen Schnabel. Das Tier ist nicht nur herrlich anzuschauen, sondern beweist auch sein Flugvermögen. Außer den faszinierenden Freiflügen der Aras unter der Circuskuppel begeistert auch, wie zum Abschluss ein Kakadu von hinten auf Alessios Schulter fliegt, also ohne dass der Tiertrainer Blickkontakt halten kann. Wie zur Eröffnung des Programms gibt es auch zum Abschluss Antipodenspiele der Truppe Dalian, doch in komplett anderer Präsentation – als echte Gruppen-Nummer anstelle einer Solistin, in einer modernen anstatt einer traditionellen Choreographie. Die Chinesinnen präsentieren sich hier als „Rennfahrerinnen“ in roten Overalls und jonglieren mit ihren Füßen Trommeln in Form von Autoreifen. Den Höhepunkt bildet eine spektakuläre Pyramide: Auf dem Fundament der untersten Artistin ruht eine zweite Partnerin, die wiederum als „menschliche Trinka“ für die dritte Artistin dient. Diese bewegt hoch oben einen Reifen mit den Sohlen. Zuvor gibt es noch ein ikarisches Element, bei dem drei Oberfrauen sich jeweils auf den Füßen von drei Unterfrauen im Kreis drehen und gleichzeitig mit den eigenen Füßen runde Scheiben bewegen.

Mit zwei Illusionen – darunter der zwischen seinen Händen entfachte „Schneesturm“ aus Papierschnipseln – bereichert der junge Albert Kocsis das Finale. Dank der Mitwirkung der Dolly Power Dancers ist es noch einmal besonders glanzvoll in Szene gesetzt. Die Begeisterung des Publikums im voll besetzten Chapiteau entlädt sich in Takt-Applaus. So macht Circus einfach Spaß.

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Text: Markus Moll; Fotos: Tobias Moll