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Europa-Park - Zirkus Revue 2025/26
www.europapark.de ; 120 Showfotos

Rust, 27. Dezember 2025: Ab dem 28. März 2026 liegt Monaco nicht nur am Mittelmeer, sondern ist auch in der Ortenau zu finden. Zumindest als Dependance. Denn der Europa-Park widmet dem Fürstentum an der Cote d'Azur seinen 18. europäischen Themenbereich. Rund um die Achterbahn „Silver Star“ werden die Architektur des Stadtstaats, Yachthäfen und kulinarische Highlights Monacos zu erleben sein. Bekannt ist das Land natürlich auch für sein Circusfestival. Und das nicht nur bei Fans dieser Sparte des Entertainments. Was liegt also näher, als das Flair dieses wichtigsten aller Festivals in den größten Freizeitpark Deutschlands zu holen.

Und das schon, bevor der neue Themenbereich eröffnet wird. Perfekt eignet sich dafür die Winteröffnung des Parks, zu der ohnehin eine Zirkus Revue gehört. Somit steht diese 2025/26 ganz im Zeichen des Festival International du Cirque de Monte-Carlo. Die Verbindung wird auf vielfältige Weise sichtbar. Zur Premiere reiste eigens Prinzessin Stéphanie von Monaco an, die Präsidentin des Festivals. Per Videobotschaft richtet sie kurz vor dem Beginn jeder Vorstellung Grußworte an das Publikum. Ihren Vater und Festivalgründer, Prinz Rainier III., sehen und hören wir ebenfalls in einer Filmsequenz.


Weg zum Chapiteau

Auf den nostalgisch verzierten Toren, die den Weg zum Chapiteau weisen, finden sich die Logos der Zirkus Revue und des Circusfestivals nebeneinander. An einem Souvenirstand können Schals des Festivals erworben werden, das Vorzelt ist mit Plakatmotiven bisheriger Ausgaben dekoriert. Von Fliegenpilz zu Voyage heißt es beim Chapiteau. Bis zum letzten Winter wurde ein rotes Spielzelt mit weißen Punkten genutzt, jetzt ein weißes mit roten Ornamenten.


Musikalische Unterhaltung vor der Show

Im Inneren des Zuschauerraums gibt es Klappsitze der aktuellen Generation. Der Artisteneingang präsentiert sich ebenfalls in neuer Optik. Rechts und links von der Gardine mit Orchesterpodium darüber gibt es jeweils eine große beleuchtete Treppe. Hier finden sich die Farben der monegassischen Flagge, rot und weiß. Die Logos von Zirkus Revue und Circusfestivals sehen wir am Entree und vor der Show auch auf der Rundbühne. Diese ist erstmals im Einsatz und erlaubt dank LED-Boden die verschiedensten Effekte. Mal sind es wunderbare Animationen, mal bleibt es bei wenigen Motiven, um nicht von der jeweiligen Darbietung abzulenken.


Szene aus dem Opening

Vor dem Opening unterhalten uns sechs Musiker auf der Bühne mit flotten Rhythmen. Danach übernimmt das wunderbare Orchester. Zur Parade aller Mitwirkenden mit Flaggen erklingt unter anderem der monegassische Circusmarsch. Der Start aber gehört – ebenfalls eine Reminiszenz an das Circusfestival von Monte-Carlo - einem Ensemble des Circus-Theater Bingo. In einem wahren Rausch erleben wir Handstandakrobatik, Jonglage und Tanz. Ganz Bingo-like gibt es dazu ausgefeilte Choreographien und schicke Kostüme. Zwei Sängerinnen des Europa-Parks runden das akustische Erlebnis ab. Inmitten des Ensembles stehend spricht Wolf Fisher die Begrüßungsworte. Der Ringmaster in Frack und Zylinder begleitet uns charmant durch die Show.


Mustache Brothers, Haribow

Akrobatik und Comedy verbinden die Mustache Brothers. Rund um einen Tisch wirbeln die sympathischen Kaskadeure aus Brasilien, dass es eine wahre Freude ist. Da werden Backpfeifen ausgetauscht und Salti geschlagen. Da rutscht die Hose nach unten und der Blick auf die weihnachtlich dekorierte Lage Kleidung darunter wird freigegeben. Natürlich spielen auch die namensgebenden Schnurrbärte in dieser Nummer voller Lebensfreude eine Rolle. Noch mehr Dynamik bringen die junge Artistin und ihre vier männlichen Kollegen von Haribow in die Manege. Double Dutch nennt sich ihre Disziplin, also Seilspringen mit zumeist zwei Seilen, die in atemberaubender Geschwindigkeit von zwei Akteuren in Bewegung gehalten werden. Die anderen Akrobaten schaffen es, genau den richtigen Bruchteil einer Sekunde zu treffen, um zwischen den rotierenden Seilen abgefahrene Moves sowie Sprünge zu zeigen. Letzteres auch gerne mal im Handstand oder zu mehreren. In hohem Tempo sind die fünf Japaner zur treibenden Musik ständig in Bewegung und reißen das Publikum hörbar mit. Ein Herr aus dem Zuschauerraum hat sodann seinen großen Auftritt. Er darf sich mit Cesar Dias ein Duell liefern. Zunächst aber wird mit Pistolen jongliert. Der Clown gibt die imaginären Bewegungsabläufe vor, der Gast macht sie nach. Der besondere Effekt entsteht dadurch, dass Cesar Dias die Flugbahnen der Waffen mit Geräuschen unterlegt, die er mit dem Mund erzeugt. Für diese und andere Späße wurde der Clown beim 43. Festival International du Cirque de Monte-Carlo mit einem Bronzenen Clown ausgezeichnet.


Just Two Men, Cesar Dias, Troupe Demian

Silber gab es bei der gleichen Ausgabe des Festivals im Januar 2019 für Just Two Men. Artem Lyubanevych und Oleg Shakirov sehen nicht nur blendend aus, sondern wissen ihre muskulösen Körper auch bestens zu koordinieren. So begeistern sie mit starker Akrobatik an den Strapaten. Der Höhepunkt ist erreicht, wenn Artem im Spagat zwischen den Bändern hängt und Oleg auf seinem Kopf einen einarmigen Handstand zeigt. Wo Cesar Dias ist, da ist auch „My Way“. Seine mit unzähligen gespielten Pannen gespickte Interpretation des Sinatra-Klassikers ist einfach hinreißend komisch. Da sprüht das Mikrofon Funken, steht der Sänger in Boxershorts im Scheinwerferlicht und es bricht der Hocker zusammen. Das alles meistert der Clown auf seine ganz eigene Weise souverän. Frenetischer Applaus und das große Lachen des Publikums sind ihm dabei sicher. Danach hat das Ballett, bestehend aus jeweils vier Tänzerinnen und Tänzern, seinen großen Auftritt. Die wunderbare Choreographie wird in blau-weißen Kostümen getanzt. Man merkt, dass hier Profis am Werk sind, die nicht nur ihre Kunst beherrschen, sondern ebenfalls mit viel Ausstrahlung den Draht zum Publikum finden. Auch mit von der Partie sind die beiden Sängerinnen. Nach diesem Intermezzo ist alles für die Schlussnummer bereit. Vor dem Artisteneingang steht eine Russische Schaukel, wiederum davor ist eine sehr hohe Reckstange montiert. Mithilfe der Schaukel starten die Mitglieder der Troupe Demian zu wahren Höhenflügen. Diese führen sie zu kraftvollen Umschwüngen an das Reck und weiter auf eine Matte am Boden. Letztendlich werden hier zwei akrobatische Disziplinen harmonisch verbunden. Insgesamt zeigt das Quartett eine bestens in Szene gesetzte Nummer. Optimal unterstützt, wie auch die gesamte Show, durch das starke Lichtdesign.


Finale

Ein Fest für Auge und Ohr wird auch das folgende Finale. Ballett und Sängerinnen starten, die Artisten kommen hinzu. Noch einmal erklingt der monegassische Circusmarsch, „A Sky Full of Stars“ von Coldplay ist ebenfalls dabei. Alle Mitwirkenden dürfen sich den Applaus des Publikums abholen, am Orchesterpodium gibt es ein Feuerwerk. Damit hört die rund einstündige Zirkus Revue, bei der Mathias Reichle Regie geführt hat, so auf wie sie begonnen hat: voller Energie und Lebensfreude.

Mit dieser Winteröffnung endet die Jubiläumssaison zum 50-jährigen Bestehen des Europa-Parks, in der erstmalig mehr als sieben Millionen Besucher begrüßt werden konnten. Schön, dass sich die Inhaberfamilie Mack dabei wieder auf die Ursprünge ihres Unternehmens besinnt, zu dem der Bau von Circuswagen gehört. Dank der Zirkus Revue gelingt dies auf wunderbare Weise. Und wer weiß, vielleicht spielt das Thema Circus ja auch im neuen Themenbereich Monaco eine Rolle. Spätestens Ende März werden wir es erfahren.

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Text und Fotos: Stefan Gierisch