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Und das schon, bevor der neue
Themenbereich eröffnet wird. Perfekt eignet sich dafür die
Winteröffnung des Parks, zu der ohnehin eine Zirkus Revue gehört.
Somit steht diese 2025/26 ganz im Zeichen des Festival International
du Cirque de Monte-Carlo. Die Verbindung wird auf vielfältige Weise
sichtbar. Zur Premiere reiste eigens Prinzessin Stéphanie von Monaco
an, die Präsidentin des Festivals. Per Videobotschaft richtet sie kurz
vor dem Beginn jeder Vorstellung Grußworte an das Publikum. Ihren
Vater und Festivalgründer, Prinz Rainier III., sehen und hören wir
ebenfalls in einer Filmsequenz.

Weg zum Chapiteau
Auf den nostalgisch verzierten Toren,
die den Weg zum Chapiteau weisen, finden sich die Logos der Zirkus
Revue und des Circusfestivals nebeneinander. An einem Souvenirstand
können Schals des Festivals erworben werden, das Vorzelt ist mit
Plakatmotiven bisheriger Ausgaben dekoriert. Von Fliegenpilz zu Voyage
heißt es beim Chapiteau. Bis zum letzten Winter wurde ein rotes
Spielzelt mit weißen Punkten genutzt, jetzt ein weißes mit roten
Ornamenten.

Musikalische Unterhaltung vor
der Show
Im Inneren des Zuschauerraums gibt es
Klappsitze der aktuellen Generation. Der Artisteneingang präsentiert
sich ebenfalls in neuer Optik. Rechts und links von der Gardine mit
Orchesterpodium darüber gibt es jeweils eine große beleuchtete Treppe.
Hier finden sich die Farben der monegassischen Flagge, rot und weiß.
Die Logos von Zirkus Revue und Circusfestivals sehen wir am Entree und
vor der Show auch auf der Rundbühne. Diese ist erstmals im Einsatz und
erlaubt dank LED-Boden die verschiedensten Effekte. Mal sind es
wunderbare Animationen, mal bleibt es bei wenigen Motiven, um nicht
von der jeweiligen Darbietung abzulenken.

Szene aus dem Opening
Vor dem Opening unterhalten uns sechs
Musiker auf der Bühne mit flotten Rhythmen. Danach übernimmt das
wunderbare Orchester. Zur Parade aller Mitwirkenden mit Flaggen
erklingt unter anderem der monegassische Circusmarsch. Der Start aber
gehört – ebenfalls eine Reminiszenz an das Circusfestival von
Monte-Carlo - einem Ensemble des Circus-Theater Bingo. In einem wahren
Rausch erleben wir Handstandakrobatik, Jonglage und Tanz. Ganz
Bingo-like gibt es dazu ausgefeilte Choreographien und schicke
Kostüme. Zwei Sängerinnen des Europa-Parks runden das akustische
Erlebnis ab. Inmitten des Ensembles stehend spricht Wolf Fisher die
Begrüßungsworte. Der Ringmaster in Frack und Zylinder begleitet uns
charmant durch die Show.
 
Mustache Brothers, Haribow
Akrobatik und Comedy verbinden die
Mustache Brothers. Rund um einen Tisch wirbeln die sympathischen
Kaskadeure aus Brasilien, dass es eine wahre Freude ist. Da werden
Backpfeifen ausgetauscht und Salti geschlagen. Da rutscht die Hose
nach unten und der Blick auf die weihnachtlich dekorierte Lage
Kleidung darunter wird freigegeben. Natürlich spielen auch die
namensgebenden Schnurrbärte in dieser Nummer voller Lebensfreude eine
Rolle. Noch mehr Dynamik bringen die junge Artistin und ihre vier
männlichen Kollegen von Haribow in die Manege. Double Dutch nennt sich
ihre Disziplin, also Seilspringen mit zumeist zwei Seilen, die in
atemberaubender Geschwindigkeit von zwei Akteuren in Bewegung gehalten
werden. Die anderen Akrobaten schaffen es, genau den richtigen
Bruchteil einer Sekunde zu treffen, um zwischen den rotierenden Seilen
abgefahrene Moves sowie Sprünge zu zeigen. Letzteres auch gerne mal im
Handstand oder zu mehreren. In hohem Tempo sind die fünf Japaner zur
treibenden Musik ständig in Bewegung und reißen das Publikum hörbar
mit. Ein Herr aus dem Zuschauerraum hat sodann seinen großen Auftritt.
Er darf sich mit Cesar Dias ein Duell liefern. Zunächst aber wird mit
Pistolen jongliert. Der Clown gibt die imaginären Bewegungsabläufe
vor, der Gast macht sie nach. Der besondere Effekt entsteht dadurch,
dass Cesar Dias die Flugbahnen der Waffen mit Geräuschen unterlegt,
die er mit dem Mund erzeugt. Für diese und andere Späße wurde der
Clown beim 43. Festival International du Cirque de Monte-Carlo mit
einem Bronzenen Clown ausgezeichnet.
  
Just Two Men, Cesar Dias, Troupe
Demian
Silber gab es bei der gleichen Ausgabe
des Festivals im Januar 2019 für Just Two Men. Artem Lyubanevych und
Oleg Shakirov sehen nicht nur blendend aus, sondern wissen ihre
muskulösen Körper auch bestens zu koordinieren. So begeistern sie mit
starker Akrobatik an den Strapaten. Der Höhepunkt ist erreicht, wenn
Artem im Spagat zwischen den Bändern hängt und Oleg auf seinem Kopf
einen einarmigen Handstand zeigt. Wo Cesar Dias ist, da ist auch „My
Way“. Seine mit unzähligen gespielten Pannen gespickte Interpretation
des Sinatra-Klassikers ist einfach hinreißend komisch. Da sprüht das
Mikrofon Funken, steht der Sänger in Boxershorts im Scheinwerferlicht
und es bricht der Hocker zusammen. Das alles meistert der Clown auf
seine ganz eigene Weise souverän. Frenetischer Applaus und das große
Lachen des Publikums sind ihm dabei sicher. Danach hat das Ballett,
bestehend aus jeweils vier Tänzerinnen und Tänzern, seinen großen
Auftritt. Die wunderbare Choreographie wird in blau-weißen Kostümen
getanzt. Man merkt, dass hier Profis am Werk sind, die nicht nur ihre
Kunst beherrschen, sondern ebenfalls mit viel Ausstrahlung den Draht
zum Publikum finden. Auch mit von der Partie sind die beiden
Sängerinnen. Nach diesem Intermezzo ist alles für die Schlussnummer
bereit. Vor dem Artisteneingang steht eine Russische Schaukel,
wiederum davor ist eine sehr hohe Reckstange montiert. Mithilfe der
Schaukel starten die Mitglieder der Troupe Demian zu wahren
Höhenflügen. Diese führen sie zu kraftvollen Umschwüngen an das Reck
und weiter auf eine Matte am Boden. Letztendlich werden hier zwei
akrobatische Disziplinen harmonisch verbunden. Insgesamt zeigt das
Quartett eine bestens in Szene gesetzte Nummer. Optimal unterstützt,
wie auch die gesamte Show, durch das starke Lichtdesign.

Finale
Ein Fest für Auge und Ohr wird auch das
folgende Finale. Ballett und Sängerinnen starten, die Artisten kommen
hinzu. Noch einmal erklingt der monegassische Circusmarsch, „A Sky
Full of Stars“ von Coldplay ist ebenfalls dabei. Alle Mitwirkenden
dürfen sich den Applaus des Publikums abholen, am Orchesterpodium gibt
es ein Feuerwerk. Damit hört die rund einstündige Zirkus Revue, bei
der Mathias Reichle Regie geführt hat, so auf wie sie begonnen hat:
voller Energie und Lebensfreude. |