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Dort findet auch einmal je
Gastspiel eine große Spendengala mit Prominenten statt. In
Sindelfingen dagegen richtet seit vielen Jahren die Familie von
Stephan und Tanja Sperlich ("Circus Bonanza") den
Weihnachtscircus der Hofmeisters aus. Das schmucke, rot-weiße
Circuszelt der Sperlichs ist auf dem Parkplatz direkt vor dem
Haupteingang des Möbelhauses aufgeschlagen. Wenn wir darauf
schauen, sehen wir im Hintergrund die imposante Werbeanlage mit
dem Familiennamen des Möbelhändlers. Es ist das erste Mal, dass
sich für uns die Gelegenheit zum Besuch des Hofmeister
Weihnachtscircus in Sindelfingen und somit für einen Bericht
darüber ergibt.
  
Edita Mamchych, Chapiteau des
Circus Bonanza bei Möbel Hofmeister, RiCo
Auf ein Vorzelt muss aus
Platzgründen verzichtet werden. Dafür steht in der Front neben
der Kasse ein schmucker Tonnendachwagen, an dem verschiedene
Snacks, Getränke und Süßwaren angeboten werden. Hier bildet sich
vor der Show eine lange Schlange von Schleckermäulern. Einen
weiteren Verkaufsstand gibt es im Chapiteau selbst direkt am
Eingang. Die vier Reihen Logenstühle und die Tribüne dahinter
sind zum Vorstellungsbeginn an diesem Sonntagnachmittag voll
besetzt. Tanja Sperlich begrüßt auf sympathische Art und Weise
das Publikum und gibt die Manege frei für Edita Mamchych. Zu
mitreißender Musik präsentiert die junge Frau ihre
Hula-Hoop-Nummer. In dieser lässt sie die Reifen nicht nur um
Arme, Rumpf und Beine kreisen, sondern jongliert ebenso mit
diesen – dies in effektvoller Weise auch mit LED-beleuchteten
Reifen im Dunkeln. Ein liebenswürdiger Begleiter durchs Programm
ist der polnische Clown RiCo. Zunächst unterrhält er uns mit
komischen Zaubereien. Mit Hasenohren auf dem Kopf und
Puschelschwanz am Frack werden Ringe auf magische Weise ver- und
entkettet. Und damit anders als man denkt. Passend zur
Kostümierung lässt er zudem unter anderem Karotten verschwinden.
Schlussendlich fallen aus einer scheinbar leeren Kiste zahllose
Möhren heraus.
  
Mario Valdemar, Emilia
Davtyan, RiCo
Schön gestaltet und in Szene
gesetzt hat Mario Valdemar seine Jonglagen, denn er präsentiert
sich als Barkeeper einer „American Bar“, die als silbern
glänzende Kulisse aufgebaut ist. Sein einziger Gast ist seine
Lebensgefährtin Emilia Davtyan, die sich längst nicht nur mit
dem Platz auf dem Barhocker zufriedengibt, sondern sich als
hübsche Tänzerin im knappen roten Kleid einbringt. Schnell und
sicher jongliert Mario Valdemar mit vier Bällen, die er auch in
kleinen Taschen am Gürtel fängt, dann ebenso mit vier Keulen
sowie zum Abschluss mit fünf Exemplaren, nun aber mit solchen
mit LED-Beleuchtung im abgedunkelten Zelt. In seinem zweiten
Auftritt präsentiert uns RiCo mit der ansprechend gespielten
Schleuderbrett-Reprise im Zusammenspiel mit einem Zuschauer
einen echten Klassiker.
  
Sandro Montez, Duo Sunrise,
Duo Valdemar
Für ein freudiges Raunen im Zelt
ist gesorgt, als die Hunde von Sandro Montez in die Manege
stürmen. Zwischen der Saison im Eifelpark Gondorf und dem
Engagement beim Offenburger Weihnachtscircus fand der
renommierte Tierlehrer Zeit für die Auftritte in Sindelfingen.
In seiner gewohnt fröhlichen und rasanten Nummer zeigen seine
Vierbeiner unterschiedlicher Größen insbesondere ihr
Sprungvermögen. Mal springen sie durch Ringe, die Sandro Montez
in der Hand hat, mal über mehrere Artgenossen und mal durch
einen Reifen, den ein Artgenosse in der Schnauze hält. Eine
gemeinsame Luftakrobatik an weißen Tüchern haben sich Yuriy
Mamchych und Ehefrau Edita erarbeitet. „Duo Sunrise“ ist ihr
Künstlername. Mal hält er sie nur mit den Händen in ihrem
Nacken, mal trägt sie ihn. Dann folgen wieder Soloparts – sie im
Seitspagat, er mit kraftvollem Aufwickeln –, an die sich
gemeinsame Flugpassagen anschließen. Hoch hinaus geht es auch
bei der Schlussnummer. Schon das Erscheinen des Todesrades durch
den geschmackvollen roten Vorhang sorgt für hörbare Begeisterung
im Publikum. Mit LED-Streifen ist das Requisit ansprechend
gestaltet. Es ist der „Arbeitsplatz“ von Mario Valdemar und
seiner Mutter Rosie. Sie wagt sich auch auf die Außenseite des
langsam rotierenden Rades und läuft dort eine Runde. Für die
Aktionen in höherer Geschwindigkeit ist Mario verantwortlich.
Seilspringen und hohe Sprünge gehören dazu, ebenso wie der
Aufschwung außen am Rad wie auch ein Salto innerhalb eines der
beiden Kessel. So freundlich, wie Tanja Sperlich das Publikum
begrüßt hat, verabschiedet sie es auch wieder am Ende dieser
schönen und abwechslungsreichen Vorstellung.
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