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So wie hier wird der klassische Großcircus an kaum einem anderen
Ort gepflegt. Wir
erleben namhafte Artisten, insbesondere aus Südeuropa und
Kolumbien, eine Pferdefreiheit und ein sechsköpfiges Orchester.
Gespielt wird in einem großen roten Viermaster mit gelben
Ornamenten. Davor die Kasse und mehrere Wagen für Restauration
und Souvenirs. Hinzu kommen der restliche Fuhrpark des Cirkus
Arena sowie die Wohnwagen der Artisten. Aufgebaut im Strandpark
von Charlottenlund, ergibt sich ein wunderbares Bild, liegt doch
der Rasenplatz direkt am Meer.
  
Jimmy
Saylon, Steven Ferreri, Elena Jasters
Den
Auftakt des Programms übernehmen Jimmy Saylon und seine
Assistentinnen. Auf einem historischen Gefährt kommt der Magier
hereingefahren, um dann Großillusionen in Steampunk-Optik zu
zeigen. Saylon und die Magic Girls verschwinden aus
nostalgischen Requisiten, um kurz danach überraschend wieder
aufzutauchen. Im Zuschauerraum beginnt Julie ihren ersten Song.
Einige Augenblicke später steht sie in der Manege, wo sie auf
Bubber sowie die restlichen Mitwirkenden trifft. In einem
Opening stellt sich das gesamte Ensemble dem Publikum vor.
Steven Ferreri hatte ich zuletzt beim European Youth Circus 2016
gesehen, wo er Silber in der jüngeren Kategorie gewann. Auch in
Dänemark glänzt der hochgewachsene junge Mann mit einem
anspruchsvollen Repertoire auf dem Drahtseil. Dazu gehören der
Sprung durch einen mit Messern besetzten Reifen genauso wie
Rückwärts- und Vorwärtssalto. Als Zauberer im pinken Frack
versucht sich Jimmy Folco und hat seine liebe Mühe mit Karotte
und Hase. Der Clown ist schon seit vielen Jahren beim Cirkus
Arena und kümmert sich gemeinsam mit Jackie Berdino auch um die
Buchung der Artisten. Während Jimmy Folco ganz bewusst auf
Pannen setzt, ist bei den Jasters absolute Präzision gefragt.
Giacomo platziert Messer und mit der Armbrust abgeschossene
Pfeile immer ganz dicht neben den Körper seiner Frau Elena.
Besonders groß ist der Nervenkitzel beim Tellschuss sowie beim
Messerwerfen, während die Scheibe rotiert, an der Elena festgemacht ist.
 
David
Hammarberg, Julie, Bubber und Jimmy Folco
Mit ihrem
nächsten wunderbar interpretierten Song begleitet Julie den
Artisten David Hammarberg bei seiner traumhaften Kür an weißen
Tüchern. Mit viel Präsenz zieht der Schwede die Blicke des
Publikums Richtung Kuppel. Dort zelebriert er unter anderem den
Spagat ohne Zuhilfenahme der Hände oder das Abrollen aus
luftiger Höhe. Akrobatik und Gesang ergeben eine herrliche
Symbiose. Auch in der folgenden Darbietung ist Julie dabei. Sie
spielt den seriösen Part im Entree „Bonbons für die Kinder". Ihre
Partner sind Bubber und Jimmy Folco. Während es Julie gelingt,
im Hut eines Zuschauers aus allerlei Zutaten Bonbons zu machen,
veranstalten ihre Mitstreiter ein herrliches Chaos etwa mit
Zucker und Sahne. Der Hut wird dabei nicht eben zimperlich
behandelt, doch am Ende „rettet“ Julie Bubber und Jimmy. In die
Pause geht es mit zwei Mitgliedern der Los Ortiz. Am Todesrad
sorgen sie für ordentlich Schwung. Einer der Artisten wagt sich
auf das Außenrad, um dort den Blindlauf, das Seilspringen sowie
weitere abgefahrene Sprünge zu arbeiten.
 
Karsten
Berdino, Duo Costache
Zum
zweiten Teil begrüßen uns das Orchester sowie Bubber. Letzterer
kündigt Karsten Berdino mit Freiheitsdressuren an. An diesem
Nachmittag bringt er fünf statt sechs weiße Araberhengste in die
Manege. Das sechste Tier fällt derzeit krankheitsbedingt aus.
Das Quintett läuft unter der ruhigen Anleitung von Berdino
abwechslungsreiche Figuren. Als Zugabe gibt es die Vorführung
von sechs gescheckten Ponys. Jimmy Folco spielt mit Kindern die
„Reise nach Jerusalem“. Nach einer Moderation von Julie und
Bubber steht das Duo Costache im Scheinwerferlicht. Für Vita und
Leonardo ist es die vierte Saison mit dem Cirkus Arena. Zweimal
waren sie an der Perche zu erleben, einmal am Trapez. In ihrer
neuesten Kreation beweisen sie insbesondere die Kraft ihrer
Zähne. So hält Leo mit den Zähnen ein an einer Kette befestigtes
Motorrad fest, mit dem Vita vorwärts fahren will. Kopfüber an
einem Trapez hängend, hält er das gleiche Motorrad mit Vita
darauf nur mit der Kraft seines Gebisses fest. Am Ende dieser
einzigartigen Nummer gibt es ein Zahn-an-Zahn über der Manege.
Mit kleinen Zaubereien versucht Jimmy Folco Julie zu
beeindrucken. Auch Bubber ist mit von der Partie.
 
Michael
Ferreri, Los Ortiz
Monte
Carlo, Knie, Carré – Michael Ferreri hat trotz seiner Jugend
schon eine beeindruckende Circuskarriere hinter sich. Und das
sind nur ausgewählte Stationen. Bei Arena war der Jongleur
bereits 2015. Auch jetzt begeistert er wieder, wenn er mit immer
mehr Bällen einen wahren Wirbel entfacht. Der mehrfache
Weltrekordhalter beherrscht nicht nur das Spiel mit seinen
Requisiten exzellent, sondern weiß ebenfalls, wie man das
Publikum für sich gewinnt. Die Siebener-Pyramide bildet den
furiosen Abschluss der Hochseilshow von Los Ortiz. Zuvor haben
sich die Artisten schon gegenseitig übersprungen oder auf den
Schultern getragen. Neben Nervenkitzel verbreiten sie jede Menge
südamerikanische Lebensfreude. Ausgelassen gefeiert wird zudem
im folgenden Finale. Alle Mitwirkenden verabschieden sich in der
bestens gefüllten Manege vom begeistert applaudierenden
Publikum. Die Zuschauer haben das grandiose Programm hörbar
genossen, bei dem Robi Berosuek für einen reibungslosen Ablauf
gesorgt hat. Einen erheblichen Beitrag zur Gesamtwirkung leistet
das wunderbare Orchester. Einzig beim Lichtdesign ist noch Luft
nach oben. |