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So gibt es keine Perspektive, aus der man
ein wirklich schmuckes Außenfoto machen könnte. Aber wichtig ist
ja, was sich im Inneren des Chapiteaus abspielt. Durch einen
kleinen Eingangspavillon gelangen wir gleich ins Spielzelt, das
an einem Stand nach dem Einlass auch die Gastronomie beherbergt.
Logen und Bankreihentribüne, ein roter Vorhang und klassische
Sturmstangen sorgen für traditionelles Circusambiente. Keine
moderne Lightshow begleitet das Programm. Vielmehr wird es in
warmes Theaterlicht getaucht.
  
Ambiance beim
Circus im Prater
Es ist das erste Mal, dass die Toths an
dieser Stelle Circus machen – die bisherigen
Wintercircus-Produktionen fanden am anderen Ende des Praters
statt, in der Nähe des bekannten Riesenrades. Dorthin wird man
im kommenden Winter auch wieder zurückkehren. Mit seinen
Aktivitäten im Prater hat sich Alfred Toth ein weiteres
Standbein geschaffen, neben seiner langjährigen Tätigkeit als
Tourneeleiter beim Circus Louis Knie. Gerta Toth kennen wir als
das freundliche Gesicht am Kassenschalter bei Louis Knie; nun
verkauft sie im Prater Tickets sowie Snacks und Getränke an der
Restauration.
  
Stanislav Meciar, Michaela „Michou“
Salek-Droterova, Andrea Veizerova
Aus einer tschechischen
Schauspielerfamilie stammt Michaela „Michou“ Salek-Droterova.
Die ausgebildete Schauspielerin ist in ihrer Heimat aus Filmen,
Fernsehen und Theater bekannt und begleitet uns als komische
Figur durch das Programm. Zunächst setzt sie die aus dem Off
eingespielten, ausführlichen Sicherheitshinweise pantomimisch
um. Wie von anno dazumal, im positiven Sinne freilich, erscheint
uns das anschließende Opening, bei dem ein Teil des Ensembles in
mehreren Aufzügen sein Können präsentiert. Hula Hoop-, Einrad-
und Trapez-Akrobatik, Tanz mit Gymnastikband, ein „verzaubertes“
weißes Kaninchen, ein „klassischer“ Circusdirektor im schwarzen
Frack, ein Kraftmensch im rot-weißen Ringel-Dress und ein
Tierlehrer mit Federpuschel-geschmücktem Pony gehören dazu.
Stanislav Meciar tauscht sogleich das Einrad gegen fünf
Jonglierkeulen, die er in variantenreichen Mustern fliegen lässt
und wieder fängt. Ein schwarz-weiß gestreiftes Shirt, schwarze
Hose und schwarzer Hut, sowie Gürtel, Hosenträger und Fliege in
Rot bilden sein markantes Outfit. Michael-Jackson-Hits begleiten
seine Arbeit. Für Heiterkeit sorgt Michou, wenn sie zwei Gäste
aus dem Publikum zum Limbotanz bittet. Es bleibt amüsant, wenn
Löwengebrüll den Auftritt wilder Tiere ankündigt. Tatsächlich
ist es dann der kleine Lucian Spindler, der eine Schar Gänse
dirigiert und über Hürden laufen lässt. Michou wiederum hat nun
ihr Harlekin-Kostüm gegen das von Schneeman Olaf eingewechselt und
kündigt somit die Eisprinzessin Elsa an. Sie wird verkörpert von
Andrea Veizerova, die charmant und freundlich ihre Akrobatik an
den Tüchern vorstellt. Hierzu sind Kraft und Beweglichkeit
notwendig.
  
Christian
Spindler, Oliver
Ciontea und Andrea Seizerova, Yvonne Spindler
Sowohl die Titelmelodie von „Heidi“ als
auch der „Anton aus Tirol“ erklingen, wenn Christian Spindler in
Lederhosen seine Ziegen unter anderem zum Balkenlauf anleitet.
Magier Oliver Ciontea überredet seine Partnerin Andrea Veizerova,
sich ein „letztes Mal“ in einer Kiste scheinbar zerteilen zu
lassen. Dem Anschein nach gehen Ober- und Unterkörper getrennte
Wege. Von Marschmusik wippen die Ponys von Yvonne Spindler
gemeinsam und springen über Hürden.
  
Stanislav Meciar,
Andrea Seizerova und Michaela
Salek-Droterova, Denis Snirer
Dass Michaela Salek-Droterova nicht nur
schauspielerisch-komödiantisches Talent hat, sondern auch eine
gute Akrobatin ist, beweist sie bei ihrer gemeinsamen Arbeit am
Luftring mit Andrea Veizerova. In hübsch gestreiften Kostümen
zelebrieren sie mit bezauberndem Lächeln zahlreiche Figuren.
Dann bringt eine Figur im Bärenkostüm Popcorn und macht so auf
das gastronomische Angebot in der Pause aufmerksam.
Hälfte
zwei beginnt mit Stanislav Meciar (mit Säbeln jonglierend) und
Denis Snirer in Matrosenoutfits sowie
Michaela
Salek-Droterova und Andrea Seizerova als Can-Can-Tänzerinnen.
Daraus entspinnt sich eine weitere Großillusion, wenn Snirer und
Seizerova nicht nur auf magische Weise ihre Plätze innerhalb und
außerhalb einer verschlossenen Kiste tauschen, sondern die Dame
hierbei auch noch das Kostüm wechselt – auch sie erscheint nun
im maritimen Look. Stanislav Meciar wiederum überzeugt nun mit
seinen Drehungen und Wendungen im Cyrrad. Für eine zusätzliche
Herausforderung sorgt der Untergrund, denn statt des üblichen
Holzbodens steht nur der Manegenteppich über dem Sägemehl zur
Verfügung.
Noch einmal kommt der Luftring zum Einsatz. Denis Snirer
demonstriert, dass dieses Requisit auch für eine betont
maskuline Arbeit taugt, beispielsweise bei Kreiseldrehungen,
Klimmzügen und dem Fußhang an nur einem Bein.
  
Marley und Yvonne
Spindler, Andrea Seizerova und Denis Snirer
Vergängliche Kunstwerke schafft Yvonne Spindler mit ihren
zauberhaften Seifenblasen. Eine Vielzahl von ihnen, in
unterschiedlichsten Größen, schweben schließlich durch die
Manege. Das bekannte Kunstschützen-Entree, aber mit vertauschten
Geschlechterrollen spielt Michou mit einem Herrn aus dem
Publikum. Auch in dieser Variante ist das Spiel um die
platzenden Luftballons amüsant. Zu Melodien aus Disneys „Beauty
and the Beast“ zeigen Yvonne Spindler und ihre kleine Tochter
Marley eine klassische Taubenrevue. Wir bleiben im
Musical-Genre, denn der „Greatest Showman“ liefert das Motiv für
die Schlussnummer. Andrea Seizerova und Denis Snirer gehen dabei
von der Hand-auf-Hand-Akrobatik am Boden fließend über zu einer
gemeinsamen, starken Arbeit an roten Tüchern, die mit viel Jubel
bedacht wird. |