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Crailsheimer Weihnachtscircus 2025/26
www.crailsheimer-weihnachtscircus.de ; 125 Showfotos

Crailsheim, 30. Dezember 2025: Mit Stolz kann die Familie von Wolfgang und Ramona Frank auf ihren 20. Crailsheimer Weihnachtscircus schauen. Ein fast voll besetztes Zelt zeugt bei unserem Besuch davon, dass man sich längst ein treues Stammpublikum erspielt hat. Und dazu gehören auch wir, wird hier doch stets ein stimmungsvolles und unterhaltsames Programm geboten. Besonders in Erinnerung geblieben sind die Engagements von Elvis Errani mit seinen Elefanten, von Perry Pedersen und Dani Jahn mit ihren Seelöwen oder der Familie Berousek mit Raubtieren und Krokodilen.

Freilich haben sich auch in der 30.000-Einwohner-Stadt im Norden von Baden-Württemberg die Zeiten geändert, und so werden in der Werbung fürs Jubiläumsprogramm die Motorradkugel der Torres Riders sowie das Ballett der Victoria Showdancers herausgestellt. Die Tiernummern kommen diesmal ausschließlich aus dem eigenen Repertoire. Gespielt wird wiederum auf einer Wiese am Rande der Stadt, ganz in der Nähe mehrerer stark frequentierter Einkaufsmärkte. Im Vorzelt mit seinem Weihnachtsmarkt-Ambiente und im Chapiteau mit Klappsitz-Tribüne und Logen herrscht familiäres Flair.


Monty Bellomi und Victoria Showdancers, Mambo Jambo Africa Troupe, Jasmina Wolf

Im Opening empfangen uns die vier Damen der Victoria Showdancers in kecken Weihnachtsfrau-Kostümen, gefolgt vom gesamten Ensemble und Monty Belloni (bürgerlich Oll) vom in Österreich reisenden Circus Belloni. Sprang er in der Vorsaison als Krankheitsvertretung in der Rolle des Clowns ein, gibt er nun den sympathischen und wortgewandten Moderator, teils im Wechsel mit Direktor Wolfgang Frank. Gleich für gute Stimmung sorgen die Kenianer der Mambo Jambo Africa Troupe als fröhliche Pyramidenbauer. Am Ende trägt einer von ihnen seine drei Kollegen zur gleichen Zeit. In der nunmehr fünften Saison in Folge ist die Familie von Jasmina und Josef Wolf dabei, die sich jeweils vor und hinter den Kulissen als wertvolle Stütze einbringt. Während der Sommermonate sind die Tschechen stets mit dem Circus Humberto im Norden Deutschlands unterwegs. Diesmal zeigt Jasmina Wolf aus ihrem breiten Repertoire eine Luftakrobatik im Netz, unter anderem mit Genickhang und Kniehang an einem Bein, serviert mit einem strahlenden Lächeln.


Jesse, Wolfgang und Leonardo Frank

In seiner nachfolgenden Ansage spricht Wolfgang Frank von sieben Nationen, die in diesem Programm vereint sind, sowie von 40 Tieren in den Stallungen hinter den Kulissen und davon, wie wohl seine Familie sich in Crailsheim fühlt – bis ein besonderer Besucher erscheint, der ein Engagement beim Weihnachtscircus sucht. Bei ihm handelt es sich um Franks jüngsten Sohn Jesse alias Clown „Spaghetti“. In seiner ersten Szene gehen die traditionellen, schön gespielten Szenen „Aufladen, abladen“ und „Das Musizieren ist hier verboten“ direkt ineinander über. Die Rolle des „Chefdresseurs des Hauses“ ist dagegen die des ältesten Sohnes Leonardo. Er hat für diesen Winter eine etwas ungewöhnliche Variante des „Groß und Klein“ zusammengestellt, bestehend aus einem mächtigen Kamel und einem Pony, welches unter anderem unter dem Trampeltier hindurchläuft und mit ihm gemeinsam Drehungen absolviert.


Jesse Frank, Manuela Wolf

Dass er nicht nur komisches, sondern auch artistisches Talent hat, beweist Jesse Frank beim Tellerdrehen. Schlussendlich gelingt es ihm, dass zehn Teller auf langen, flexiblen Stäben rotieren, während er mit gezieltem Schwung vier Löffel in die vier auf einem Tablett stehenden Gläser befördert. Im Hintergrund feuert ihn seine Mutter Ramona während der gesamten Nummer an, macht auf abzustürzen drohende Teller aufmerksam und heizt das Publikum an. Die nächste Generation in der Manege verkörpert auch Manuela Wolf. Bei ihren Antipodenspielen bewegt sie auf sehr gekonnte Weise bis zu vier Teppiche mit Händen und Füßen sowie abschließend als besonderen Effekt eine Walze mit brennenden Enden.


Samuel und Leonardo Frank, Josef und Jasmina Wolf

Nachdem die Familie Frank jedes Jahr auch mit ihren eigenen Darbietungen im Programm vertreten ist, gilt es diese immer wieder zu variieren. Heuer gelingt dies auch dank der Einleitung durch die Victoria Showdancers. In engen, goldfarbenen Kleidern und mit schwarzen Jacken gewährleisten die Tänzerinnen zu „I love Rock’n’Roll“ den großen Auftritt für Samuel Frank, der bis zu zwei Diabolos auf Touren schickt, sie fliegen lässt und wieder fängt. Damit geht es in die Pause. Auf ruhige und harmonische Weise stellt Leonardo Frank zum Beginn der zweiten Hälfte seinen weiß-braunen Vierzug Araberpferde vor. Gegenlauf, Pirouetten, Walzen – das Repertoire ist anspruchsvoll und gipfelt in Solosteigern zum Abschluss. „Will you still love me when I'm no longer young and beautiful?“: Zu dem intensiven Gänsehaut-Song von Lana Del Rey arbeiten Josef und Jasmina Wolf ihre mit starkem Applaus quittierte Ringperche-Nummer. Auf seiner Stirn balanciert Josef Wolf das Requisit, auf und in dem seine Frau verschiedene akrobatische Posen zeigt. Sie erfordern Beweglichkeit und Balance.


Victoria Showdancers, Selina Frank

Zu „Let’s get loud“ und in entsprechenden Kostümen schaffen die Victoria Showdancers die südamerikanische Atmosphäre, die Direktionstochter Selina Frank bei ihrer Hula-Hoop-Nummer aufgreift. Bis zu fünf Reifen lässt sie versiert um Arme, Rumpf und Beine kreisen. Abschließend setzt sie ein ganzes Bündel Reifen in Bewegung. Das violett-gelbe Kostüm in Verbindung mit der in strahlenden Gelb-Tönen ausgeleuchteten Manege trägt zu einem wunderbaren Bild bei.


Mambo Jambo Africa Troupe, Torres Riders

Hat Jesse alias „Spaghetti“ kurz zuvor mit zwei Zuschauern eine nicht gerade ernst gemeinte Variante des Limbo-Tanzes gespielt, beweisen die Herren der Mambo Jambo Africa Troupe nun, dass sie tatsächlich die Kunst beherrschen, eine immer tiefer liegende Stange zu unterqueren, die zusätzlich in Flammen steht. Im zweiten Teil der Nummer springen sie in verschiedenen Formationen durch Reifen im Zebra-Look. Nun trennt uns nur noch Jesses Popcorn-Reprise von der in der Werbung herausgestellten Schlussnummer. Mit ihrem Tanz zu „Highway to hell“ bereiten die Victora Showdancers auf das Erscheinen der Motorradkugel vor. In dramatischen Worten schildert Monty Belloni die Gefahren und Risiken, die mit dem Genre verbunden sind. Und doch wagen sich die drei Fahrer Felipe, Andres und Daniel von den „Torres Riders“ in die Stahlgitterkugel. Unter anderem drehen sie ihre Runden, während nur die LED-Beleuchtung ihrer Maschinen für Helligkeit sorgt. Ihren Teil zur Wirkung des Programms trägt auch die Livemusik bei, für die Wolfgang und Leonardo Frank sowie Monty Belloni an Orgel und Schlagzeug sorgen.

Mit dem auf der Trompete gespielten „Stille Nacht“ leitet Direktor Wolfgang Frank das Finale ein, in dem wir die Victoria Showdancers nochmal in schönen Federschmuck-Kostümen erleben. Das Publikum spendet kräftigen Applaus, und so kann die Familie Frank – auch dank ihrer talentierten jungen Generation – optimistisch in die Zukunft schauen, auf die nächsten 20 Jahre Crailsheimer Weihnachtscircus hoffen. Es bleibt nur zu wünschen, dass der angestrebte Umzug auf den zentral gelegenen, gut befestigten Volksfestplatz bald realisiert werden kann.

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Text und Fotos: Markus Moll